Alter und Hinterbliebene

Zur Entwicklung einer Gesellschaft des langen Lebens

Systeme zur finanziellen Absicherung im Alter stehen weltweit unter zunehmendem Druck. In vielen Ländern altert die Bevölkerung infolge der steigenden Lebenserwartung und abnehmender Fruchtbarkeitsraten zusehends.

Dies kommt zu den Schwierigkeiten von Großfamilien und anderen traditionellen Strukturen zur Unterstützung älterer Menschen hinzu, die bereits durch Urbanisierung, Globalisierung und wachsender Mobilität geschwächt sind. Zugleich besteht auch für öffentliche Systeme zur Alterssicherung Reformbedarf. Viele bestehende Systeme sind sehr teuer, obwohl sie älteren Menschen nur unangemessen Schutz bieten.

Altersrentensysteme

In den meisten Ländern wird die Altersrente lohnbezogen regelmäßig ausgezahlt. Einige Länder zahlen jedoch unabhängig vom vorherigen Verdienst einen universellen Festbetrag; andere ergänzen ihre Grundrente durch eine verdienstbezogene Komponente. Systeme mit Vorsorgefonds sehen Einmalzahlungen meist in Form der Erstattung der von Arbeitgeber und Arbeitnehmer geleisteten Beiträge plus Verzinsung vor.

Hinterbliebenenleistungen

Sozialschutzsysteme mit Bereitstellung von Altersrenten schließen gewöhnlich auch Hinterbliebenenrenten ein. Solche Leistungen entsprechen meist einem Prozentsatz entweder der zum Zeitpunkt des Todes dem Verstorbenen bezahlten Rente oder der Rente, auf die der Versicherte Anspruch gehabt hätte, wenn er das Rentenalter erreicht oder invalid geworden wäre. In den meisten Fällen werden Hinterbliebenenrenten nur für Witwen/Witwer bereitgestellt, die Kinder betreuen, ein bestimmtes Alter überschritten haben oder behindert sind. Viele Systeme zahlen auch Renten an andere hinterbliebene nahe Verwandte, wie Eltern und Großeltern, aber nur wenn es keine anspruchsberechtigten Witwen, Witwer oder Kinder gibt.

Wie geht es weiter?

In den letzten zwei bis drei Jahrzehnten erhielten öffentliche Renten ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit. In einer umfassenden Fachliteratur werden die angeblichen Vor- und Nachteile und die Misserfolge alternativer Systeme für die Bereitstellung öffentlicher Renten diskutiert. In vielen Industrieländern, die wegen der Alterung der Bevölkerung bedeutende Herausforderungen zu meistern haben, geht der Haupttrend zur Förderung pluralistischer Systeme, die die Einkommensquellen im Alter diversifizieren, um das Risiko zu verringern, und die eine Umverteilungsfunktion erfüllen, welche Altersarmut lindern soll. Außerdem steigt das Interesse an Lösungen für den besonderen Fall von Renten für Frauen, die kürzere Zeit gearbeitet und weniger verdient haben, und an Strategien zur Erhöhung der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer. In Entwicklungsländern mit geringer Deckung und einem hohen Anteil von Arbeitnehmern im informellen Sektor genießt die Ausweitung der Deckung Vorrang. Diese Aufgabe ist vor allem deshalb komplex, weil informelle Arbeitnehmer formellen Systemen der sozialen Sicherheit unterstellt werden müssen.

Die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit als weltweites Zentrum für die Erhebung und Verbreitung von Informationen über Entwicklungen in der sozialen Sicherheit und Beispiele guter Praxis will ein internationales Forum für den Erfahrungsaustausch zur Ausweitung der Deckung durch Renten und zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Rentensystemen weltweit bieten.

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