Migration und soziale Sicherheit

Soziale Sicherheit muss die zunehmende globale Mobilität der Arbeitnehmer stärker berücksichtigen

Weltweit werden über eine Milliarde Binnenmigranten und internationale Migranten gezählt. Ein Beweggrund für Migration ist die Suche nach besseren Arbeits- und Anstellungsbedingungen, die für viele Menschen untrennbar mit einem Zugang zu sozialer Sicherheit verbunden sind.

 

Die Bedeutung von Arbeitsmigranten für die wirtschaftliche Entwicklung des Aufnahmelandes ist nur einer von vielen Gründen, weshalb nationale Systeme der sozialen Sicherheit ihre Deckung auf diese Bevölkerungsgruppe ausweiten sollten.

Angesichts der steigenden Zahl von Arbeitsmigranten in vielen Ländern lassen sich Fortschritte bei nationalen und internationalen Deckungszielen nur erreichen, wenn dieser Personenkreis in die Bemühungen einbezogen wird. Es gibt aber auch andere Gründe: Abgesehen davon, dass die grundlegenden Bedürfnisse und Anforderungen an die soziale Sicherheit der Arbeitsmigranten und ihrer abhängigen Familienmitglieder erfüllt werden, zählen hierzu Vorteile für die Systeme der sozialen Sicherheit und die Gesellschaft als Ganzes:

  • Systeme der sozialen Sicherheit liefern grundlegende Leistungen und Dienste, um besonders die anfälligeren Teile der arbeitenden Bevölkerung vor Risiken zu schützen. Die Ausweitung der Deckung auf diese Erwerbstätigen entspricht dem grundsätzlichen Menschenrecht auf soziale Sicherheit.
  • Die Ausweitung der Deckung der sozialen Sicherheit fördert den sozialen Zusammenhalt, erleichtert wirtschaftliches Wachstum und stärkt den öffentlichen Rückhalt für Systeme der sozialen Sicherheit.
  • Die Deckung von Arbeitsmigranten kann auch von der Bevölkerung ohne Migrationshintergrund gemäß dem Prinzip der sozialen Gerechtigkeit als wichtig erachtet werden (zum Beispiel bei entsandten Arbeitnehmern).
  • Arbeitsmigranten können zur Verbesserung der demografischen Situation des Aufnahmelandes beitragen und sind häufig während ihres ganzen Lebens Nettobeitragszahler zum System der sozialen Sicherheit.
  • Die Deckung von Arbeitsmigranten unterstützt andere Bemühungen, den informellen Sektor in formelle Beschäftigung umzuwandeln, stärkt die Mobilität von Angestellten und stellt einen Schutz gegen die Ausbeutung von Arbeitsmigranten dar.

Die Einbeziehung von Arbeitsmigranten in Programme der sozialen Sicherheit stellt Organisationen der sozialen Sicherheit häufig vor Probleme. Dies liegt daran, dass sich die Charakteristika der Arbeitsmigranten – etwa eine kurze Karriere im Aufnahmeland, häufige Arbeitsplatzwechsel, häufig Aktivität im informellen Sektor, räumliche Trennung von abhängigen Familienmitgliedern – von der Mehrheit der Beschäftigten unterscheidet. Darüber hinaus entsprechen sie seltener dem typischen Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis, auf das zahlreiche Systeme der sozialen Sicherheit aufbauen.

Effektive Antworten auf diese Probleme erfordern eine Kombination aus politischem Willen, angemessen gestalteten Leistungen, die Übernahme finanzieller Verantwortung und entsprechende verwaltungstechnische Maßnahmen.

Institutionen der sozialen Sicherheit können auch eine maßgebliche Rolle bei der Umsetzung weiterer Maßnahmen spielen, um die Leistungen attraktiver zu gestalten (besonders wichtig für freiwillige Systeme für Arbeitsmigranten), um das Bewusstsein für die Thematik zu erhöhen und die öffentliche Wahrnehmung von Programmen für die soziale Sicherheit zu verbessern, um Arbeiter und ihre Familien während ihres ganzen Lebenszyklus zu unterstützen und um die Wahrnehmung von Arbeitsmigranten durch die einheimische Bevölkerung zu verbessern.

Die Globalisierung und die Auswirkungen des Klimawandels werden mit Sicherheit zu einem weiteren Anstieg der Migrantenzahlen führen. Wo politische Initiativen durch effektive verwaltungstechnische Maßnahmen ergänzt werden, sind signifikante Fortschritte möglich.

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