Familienpolitik

Die soziale Sicherheit und die Investition in das Humankapital

Der demografische Wandel, niedrige Geburtenziffern und die zunehmende Erwerbsbeteiligung der Frauen sind einige der Faktoren, die Investitionen der Gesellschaft in Humankapital erforderlich machen, indem sie dynamische familienpolitische Maßnahmen im Bereich der sozialen Sicherheit vorsieht.

Was fällt unter familienpolitische Maßnahmen?

Unter familienpolitische Maßnahmen fallen nicht nur Ausgleichszahlungen für zusätzliche Kosten für die Kinderbetreuung im Rahmen von Familienzulagen, sondern auch Mutterschafts- und Vaterschaftsleistungen, Zuschüsse für Kindertagesstätten und Programme zur Förderung der Erwerbsbeteiligung von Frauen bei gleichzeitigem Ausgleich der Bedürfnisse von Familien.

Es gibt zwei Modelle für die Entwicklung familienpolitischer Maßnahmen, die auf verschiedenen ideologischen Grundlagen beruhen. Das erste sieht die Organisation des Familienlebens und den Ausgleich zwischen Berufsleben und Kindererziehung in erster Linie als Verantwortung der Eltern und nicht des Staats. Das zweite beruht auf der Ansicht, dass jedes Kind ein Bürger mit individuellen Rechten ist: Sowohl die Eltern als auch die Gesellschaft sind daher für Entwicklung und Wohlergehen des Kindes verantwortlich.

Da sich die Gesellschaft jedoch überall wandelt und überall ähnlichen demografischen, kulturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen gegenübersteht, nähern sich die Ansätze zum Erreichen der Ziele beider Modelle immer mehr an.

Neue soziale Risiken

Da sich das Sicherheitsnetz, das die Familie früher bot, immer mehr auflöst, sind in Verbindung mit einem sich wandelnden Arbeitsumfeld und den Auswirkungen der Globalisierung neue soziale Risiken entstanden. Diese zeigten die Grenzen des sozialen Netzes auf und machten deutlich, dass der Staat neue sozialpolitische Maßnahmen treffen muss. Familienpolitische Maßnahmen können der Gesellschaft helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen, insbesondere indem sie Eltern helfen, die Doppelbelastung durch Kinderbetreuung und Beruf zu bewältigen.

Entwicklungsländer stehen vor besonderen Problemen. Ihre Sozialschutzprogramme sind nicht in der Lage, bestehenden Herausforderungen zu begegnen, und existierende Systeme sind nicht für eine weitgehend informelle Wirtschaft ausgelegt. Man geht davon aus, dass eine bessere Abstimmung der formellen Sozialschutzmaßnahmen mit dem traditionellen Familien- und Gemeinschaftsmodell einige dieser Probleme lindern kann.

Hin zu kindbezogenen integrierten familienpolitischen Maßnahmen

Viele Faktoren deuten auf die Relevanz integrierter familienpolitischer Maßnahmen hin, bei denen das Kind im Zentrum steht und die für Ausgleich zwischen der Rolle der Familie und derjenigen der Gemeinschaft in der Kindererziehung wie auch den Interessen von Eltern und Kindern sorgen. Zu diesen Faktoren zählen unter anderem:

  • Ein wachsendes Bewusstsein für die lebenslangen Folgen von unangemessener oder instabiler Betreuung des Kindes;
  • Ein Trend hin zum Verständnis von Erziehung als Investition in Humankapital;
  • Eine Hinterfragung der Arbeitsteilung zwischen Männern und Frauen in der Familie;
  • Eine Bewusstwerdung der anhaltenden Ungleichheit zwischen den Geschlechtern und der Ausgrenzung von Kindern;
  • Das aktive Eingreifen internationaler Organisationen im Bereich der Kinderrechte.

Neueste Nachrichten Neueste Nachrichten

Künftige Veranstaltungen Künftige Veranstaltungen