ausweitung der deckung

Soziale Sicherheit für Arbeitsmigranten in Eurasien

Die Ausweitung der Deckung ist heute nicht nur eine der größten Herausforderungen der sozialen Sicherheit, sondern auch eines ihrer wichtigsten Ziele. Und eine der Regionen, in denen der Sozialschutz weiter verbessert werden muss, ist Eurasien, insbesondere im Bereich Arbeitsmigranten. Die Mitgliedsorganisationen aus der Region haben dies erkannt und konzentrieren sich seit 2005 auf administrative Lösungen, um die Deckung durch die soziale Sicherheit für Arbeitsmigranten innerhalb von Eurasien auszuweiten.

Ausweitung der Deckung

In der Region Eurasien hat der Zerfall der UdSSR zusammen mit der Globalisierung zu einer verstärkten Migrationsbewegung geführt, die zahlreiche Fragestellungen aufwarf, nicht zuletzt auch, wie Arbeitsmigranten angemessen durch die soziale Sicherheit gedeckt werden können. Für Einzelne kann der Umzug von einem Land in ein anderes den Verlust der Deckung durch die soziale Sicherheit, einen verzögerten Zugang zu sozialer Sicherheit, verwehrte Leistungen oder auch unterbewertete oder nicht anerkannte Beiträge mit sich bringen.

Die Verwaltungen der sozialen Sicherheit stehen durch die Mobilität der Arbeiter ebenfalls vor großen Herausforderungen. Dazu gehören die Fähigkeit, Arbeitsmigranten eine fortgesetzte Deckung zu gewährleisten und die Beiträge von Arbeitsmigranten zu registrieren und zu schützen, sowohl in den Heimat- als auch in den Aufenthaltsländern.

Migranten in Eurasien

In der Region Eurasien, die hauptsächlich aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion besteht, sind ungefähr 10 Prozent der Bevölkerung – das sind 24 Millionen Menschen – in einem anderen Land geboren. Innerhalb der Arbeitsbevölkerung machen die Arbeitsmigranten sogar einen noch höheren Prozentsatz aus. Allein in Kasachstan sind annähernd 21 Prozent der Bevölkerung in einem anderen Land geboren. Und in allen Ländern Eurasiens sind über 60 Prozent der im Ausland Geborenen im arbeitsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren, außer in Armenien (54 Prozent). In der Russischen Föderation sind es sogar 78 Prozent.

Nach 1991 wurde der Schutz durch soziale Sicherheit zu einer der größten Herausforderungen, vor denen die neuen Regierungen standen, unter anderem auch wegen des breiten informellen Sektors und des Fehlens eines Mechanismus, wie der Sozialschutz umgesetzt werden kann. Trotz der umfangreichen Migration in die und innerhalb der Region reichen die gesetzlichen und behördlichen Vorkehrungen nicht aus, um den eurasischen Arbeitsmigranten einen angemessenen Sozialschutz zu gewährleisten. Es müssen dringend neue Mechanismen eingeführt werden, die es den Arbeitsmigranten erlauben, vollwertig am System der sozialen Sicherheit teilzuhaben, ihre Beiträge von einem Land in ein anderes zu übertragen und auf ihre Rentenleistungen zuzugreifen.

Die IVSS hat bereits 2005 begonnen, sich mit dem Thema zu befassen, und startete 2011 ein Projekt, das interessierten Verwaltungsfachleuten der sozialen Sicherheit aus Eurasien, welche die Deckung von Arbeitsmigranten erhöhen wollen, eine Orientierung an die Hand geben soll. Die IVSS ist der Überzeugung, dass ein verbesserter Sozialschutz für Migranten zu einem substantiellen Wirtschaftswachstum und einem stärkeren gesellschaftlichen Zusammenhalt führen kann, aber er setzt auch Anreize für nicht registrierte Migranten, sich eine formelle Beschäftigung zu suchen.

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