International Social Security Review International Social Security Review

Die International Social Security Review ist die bedeutendste internationale Vierteljahreszeitschrift der Welt auf dem Gebiet der sozialen Sicherheit.

Sie enthält Artikel führender Experten der sozialen Sicherheit mit internationalen Vergleichen und ausführlichen Studien über fachspezifische Fragen sowie Analysen der Systeme der sozialen Sicherheit in verschiedenen Ländern.

Den Mitgliedern der IVSS steht in Meine IVSS ein kostenloser Zugang zur aktuellen Ausgabe der Review auf Englisch sowie dem elektronischen Archiv früherer Ausgaben (ab 1967 für auf Englisch veröffentlichte Artikel, 2007-2013 für auf Deutsch, Französisch und Spanisch veröffentlichte) Artikel zur Verfügung.

Ab dem Jahr 2014 erscheint die International Social Security Review nur noch auf Englisch. Zusammenfassungen aller neuen Artikel sind in acht Sprachen verfügbar: Deutsch, Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch.

Informationen und Abonnemente

Auf der vom internationalen Verlag Wiley betriebenen Plattform für Online-Veröffentlichungen haben Abonnenten Zugang zum Volltext aller Artikel der International Social Security Review , die seit 1967 veröffentlicht wurden.

Es besteht die Möglichkeit, eine Musterausgabe der International Social Security Review sowie die Inhaltsverzeichnisse und Zusammenfassungen aller Ausgaben in der Wiley Online Library zu konsultieren. Weitere Informationen darüber, wie Sie ohne Abonnement Zugang zum Volltext einzelner Artikel erhalten, finden Sie hier.

Zusammenfassungen der Artikel (Aktuelle Ausgabe: Juli-September 2017, Band 70, Nummer 3)

Nazim Habibov, Alex Cheung und Alena Auchynnikava

Kann Vertrauen die Bereitschaft erhöhen, höhere Steuern zu zahlen, um den Armen zu helfen?

Der Artikel stellt die Frage, welche kausale Wirkung Vertrauen auf die Bereitschaft hat, höhere Steuern zu zahlen, um Bedürftigen zu helfen, und untersucht hierfür 29 Länder aus Ost- und Südeuropa, der ehemaligen Sowjetunion und die Mongolei. Es wird die Hypothese aufgestellt, dass persönliches Vertrauen zu einer größeren Bereitschaft führt, Steuern zu entrichten, um den Bedürftigen zu helfen, da (i) Vertrauen die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man Fremden hilft; (ii) Vertrauen bei der Bewältigung gemeinsamer gesellschaftlicher Probleme Solidarität und Zusammenarbeit fördert; und (iii) Vertrauen das Misstrauen gegenüber dem wahrgenommenen Missbrauch umverteilter Gelder senkt. Die drei wichtigsten Ergebnisse lauten: Je mehr die Menschen einander vertrauen, desto eher sind sie bereit, den Sozialstaat zu unterstützen; eine Wirkung von Vertrauen auf die Unterstützung des Sozialstaats findet sich auch in Umgebungen mit geringerem Vertrauen und vergleichsweise unterentwickelten Umverteilungssystemen; und höheres individuelles Vertrauen fördert die Steuermoral und trägt zur Abschreckung gegen Steuerhinterziehung bei.


Robert Holzmann

Das ABC nomineller beitragsbestimmter Rentensysteme

Nominelle beitragsbestimmte Rentensysteme (Rentensysteme mit festgelegten Beiträgen und fiktiven Konten) wurden seit Mitte der 1990er-Jahre in mehreren europäischen Ländern wie Italien, Lettland, Norwegen, Polen und Schweden erfolgreich eingeführt. Der Ansatz dieser Systeme weist die lebenslange Verknüpfung zwischen gezahlten Beiträgen und erhaltenen Leistungen eines finanziellen Systems mit festgelegten Beiträgen und persönlichen Konten auf, beruht jedoch auf dem Umlageverfahren. Beim Start des Systems werden die Umlageverpflichtungen des vorangehenden Systems mit garantierten Leistungen in individuelle persönliche Konten umgewandelt, damit ein reibungsloser Übergang vom leistungsorientierten zum beitragsorientierten Format sichergestellt werden kann, wobei die sehr hohen Übergangskosten eines Wandels von einem herkömmlichen System im Umlageverfahren mit garantierten Leistungen zu einem kapitalgedeckten finanziellen System mit festgelegten Beiträgen vermieden werden. Wird der Ansatz des nominellen beitragsbestimmten Systems streng nach den Regeln umgesetzt, dann ist dieses in der Lage, erfolgreich mit den wirtschaftlichen und demographischen Risiken eines Rentensystems umzugehen, und aufgrund seiner Gestaltung ist auch die finanzielle Tragfähigkeit gesichert. Wie in jedem Rentensystem ist das zentrale Bindeglied, das zwischen finanzieller Stabilität und Angemessenheit geschaffen werden kann, das Rentenalter. Beim Ansatz eines nominellen beitragsbestimmten Systems wird das individuelle Rentenalter oberhalb des Mindestrentenalters aufgrund der Systemgestaltung selbst gewählt und sollte durch Anreize zu einer Anhebung des effektiven Rentenalters parallel zur Bevölkerungsalterung führen. Nominelle beitragsbestimmte Systeme sind als systemische Reformansätze zu einer starken Konkurrenz für stückweise parametrische Reformen herkömmlicher nichtfinanzieller leistungsorientierter Systeme geworden. Diese Reformen werden zwar häufig angewendet, sie sind jedoch alles andere als transparent und werden meist zu schüchtern und zu spät umgesetzt, um eine finanzielle Tragfähigkeit zu gewährleisten und gleichzeitig für durchschnittliche Beitragszahler angemessene Renten zu ermöglichen. Dieser Artikel bietet eine weitgehend nichttechnische Einführung in nominelle beitragsbestimmte Systeme, in ihre Grundelemente und ihre Vorteile gegenüber nichtfinanziellen Systemen mit garantierten Leistungen, in die wichtigsten technischen Grenzen des Ansatzes und in die Erfahrungen von Ländern, die nominelle beitragsbestimmte Systeme bereits eingeführt haben.


Juan M. Pérez-Salamero González, Manuel Ventura-Marco und Carlos Vidal-Meliá

Eine „schwedische“ versicherungsmathematische Bilanz für ein nominell beitragsbestimmtes Rentensystem, das Invaliden- und Mindestrentenleistungen anbietet

Dieser Artikel stellt eine versicherungsmathematische Bilanz nach „schwedischer“ Art für ein System mit festgelegten Beiträgen und virtuellen Konten vor, das Invaliden- und Mindestrentenleistungen anbietet. Die vorgeschlagene versicherungsmathematische Bilanz trennt das Rentensystem in zwei Teile: ein Teil des Systems nur mit den festgelegten Beiträgen und virtuellen Konten und ein Umverteilungsteil, der die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten aus beitragsunabhängigen Rechten umfasst. Im Artikel wird ein numerisches Beispiel angeführt, das die reale Anwendbarkeit des Vorschlags beleuchtet. Das Modell hat praktische Auswirkungen, die für politische Entscheidungsträger von Interesse sein könnten, da es sowohl versicherungsmathematische als auch soziale Aspekte öffentlicher Renten berücksichtigt und die realen Kosten der Umverteilung durch Mindestrenten aufzeigt.


Elisa Fornalé

Global-regionale Interaktion für einen besseren Sozialschutzzugang von Arbeitsmigranten: Erkenntnisse aus ASEAN und MERCOSUR

Der universelle Sozialschutzzugang für Arbeitsmigranten wird bei der Umsetzung von Freizügigkeitsrechten auf regionaler Ebene zunehmend zu einer Herausforderung. Dieser Artikel betrachtet das Konzept regionaler Zusammenschlüsse als Möglichkeit zur Bewältigung ungelöster Herausforderungen von Systemen der sozialen Sicherheit bei der Deckungsausweitung. Hierfür werden die aktuellen gesetzlichen Entwicklungen in zwei regionalen Projekten (ASEAN und MERCOSUR) untersucht, um einen kreativen Ansatz zu finden, mit dem die Entwicklung nationaler sozialer Grundsicherungen gestärkt werden kann. Das Interesse der Verwendung dieser Fallstudien liegt darin, dass aufgezeigt wird, inwieweit ein regionaler Integrationsprozess durch die Förderung von Vereinbarungen der sozialen Sicherheit eine bedeutende Rolle spielen kann, um die Sozialschutzrechte schrittweise auf Arbeitsmigranten auszuweiten.


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