International Social Security Review International Social Security Review

Die International Social Security Review ist die bedeutendste internationale Vierteljahreszeitschrift der Welt auf dem Gebiet der sozialen Sicherheit.

Sie enthält Artikel führender Experten der sozialen Sicherheit mit internationalen Vergleichen und ausführlichen Studien über fachspezifische Fragen sowie Analysen der Systeme der sozialen Sicherheit in verschiedenen Ländern.

Den Mitgliedern der IVSS steht in Meine IVSS ein kostenloser Zugang zur aktuellen Ausgabe der Review auf Englisch sowie dem elektronischen Archiv früherer Ausgaben (ab 1967 für auf Englisch veröffentlichte Artikel, 2007-2013 für auf Deutsch, Französisch und Spanisch veröffentlichte) Artikel zur Verfügung.

Ab dem Jahr 2014 erscheint die International Social Security Review nur noch auf Englisch. Zusammenfassungen aller neuen Artikel sind in acht Sprachen verfügbar: Deutsch, Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch.

Informationen und Abonnemente

Auf der vom internationalen Verlag Wiley betriebenen Plattform für Online-Veröffentlichungen haben Abonnenten Zugang zum Volltext aller Artikel der International Social Security Review , die seit 1967 veröffentlicht wurden.

Es besteht die Möglichkeit, eine Musterausgabe der International Social Security Review sowie die Inhaltsverzeichnisse und Zusammenfassungen aller Ausgaben in der Wiley Online Library zu konsultieren. Weitere Informationen darüber, wie Sie ohne Abonnement Zugang zum Volltext einzelner Artikel erhalten, finden Sie hier.

Zusammenfassungen der Artikel (Aktuelle Ausgabe: April-Juni 2018, Band 71, Nummer 2)

Markus Loewe und Rana Jawad

Einführung eines Sozialschutzes in Nahost und Nordafrika: Perspektiven für einen neuen Gesellschaftsvertrag?

Der einführende Artikel dieses Sonderhefts beschreibt die Entstehung, die Eigenschaften und die Herausforderungen von Systemen der sozialen Sicherheit in Nahost und Nordafrika (Middle East and North Africa, MENA). Er legt dar, dass Sozialschutz als zentraler Bestandteil des Gesellschaftsvertrags gesehen werden sollte, den die Regierungen der Region MENA ihren Bürgern nach der Unabhängigkeit angeboten haben. Als Ausgleich für die mangelnde politische Teilhabe und Kontrolle wurden kostenlose öffentliche Gesundheits- und Bildungssysteme, eine großzügige Nahrungsmittel-, Energie- und Wasserversorgung, Sozialversicherungs- und Sozialhilfesysteme sowie eine breite Beschäftigung im öffentlichen Dienst eingeführt. Dies war möglich, weil den Ländern der Region MENA unerwartete Gewinne von beträchtlichem Ausmaß (Export von Erdöl, Erdgas und anderen Bodenschätzen; Gebühren für die Nutzung des Suezkanals) sowie Einnahmen aus Geldsendungen von Arbeitsmigranten und aus politisch motivierter Hilfe zuteil wurden. Aufgrund der sinkenden Einnahmen aus diesen Quellen und des Bevölkerungswachstums haben die Regierungen in der Region MENA ihre Sozialschutzausgaben jedoch nach und nach auf strategisch wichtige Gesellschaftsgruppen wie etwa die obere Mittelschicht in den Städten konzentriert. Aus diesem Grund weisen die Sozialschutzsysteme in MENA-Ländern betreffend soziale Gerechtigkeit, Effizienz und Tragfähigkeit oft große Schwächen auf. Obwohl die Länder des Nahen Ostens und Nordafrikas weiterhin einen beträchtlichen Teil ihres Bruttoinlandprodukts für die Sozialschutzsysteme aufwenden, zeigen diese Ausgaben kaum Auswirkungen auf die Verringerung von Armut, sozialer Gefährdung und Ungleichheit, wobei in einigen Ländern sogar widersinnige Umverteilungen von unten nach oben beobachtet werden. Die Artikel dieser Sondernummer beleuchten einige der Chancen und Herausforderungen, die sich in den Ländern der Region MENA bei der Entwicklung eines tragfähigen Sozialschutzes stellen.


Ghada Barsoum

Können Strategien zur Aktivierung junger Menschen für die Sozialpolitik in den MENA-Ländern entscheidend sein?

Jugendarbeitslosigkeit ist ein großes soziopolitisches Thema in den arabischen Ländern des Nahen Ostens und Nordafrikas (MENA). Aktive Arbeitsmarktprogramme zur Förderung der Beschäftigung junger Menschen sind in der Sozialpolitik der Länder dieser Region jedoch weniger häufig anzutreffen und werden, sofern vorhanden, meist außerhalb dieses Bereichs angeboten. Auf diese Diskrepanz geht der vorliegende Artikel ein. Er bietet eine Übersicht über die entsprechenden Programme und nennt Herausforderungen für eine Inklusion junger Menschen als zentraler Bestandteil des sozialpolitischen Ansatzes in der Region. Der Artikel verweist auf internationale Beispiele erfolgreicher Modelle zur Einbindung einer aktiven Arbeitsmarktpolitik in die Sozialpolitik, mit denen inklusive Systeme der sozialen Sicherheit langfristig reformiert werden konnten. In den arabischsprachigen Ländern war dies nicht der Fall, da hier der Zugang zu beitragspflichtigen Systemen der sozialen Sicherheit beschränkt ist und die Arbeitsmärkte sich durch einen großen informellen Sektor und eine sozialschutzlose Mehrheit der Beschäftigten auszeichnen. Weitere erschwerende Faktoren sind die beschränkten Mittel der Staatshaushalte und das wenig verbreitete Wissen über die Wirksamkeit aktiver Arbeitsmarktmaßnahmen in der Region.


Mario Gyöeri und Fabio Veras Soares

Universeller Sozialschutz in Tunesien: Vergleich der Wirksamkeit und Kosteneffizienz von Nahrungsmittel- und Energiebeihilfen mit denjenigen eines vorgeschlagenen Programms für Kinderzulagen

Dieser Artikel vergleicht die Wirksamkeit und Effizienz der Nahrungsmittel- und Energiebeihilfen, die gegenwärtig von der tunesischen Regierung angeboten werden, mit denjenigen eines universellen Kinderzulagenprogramms, das gegenwärtig als Alternative zu diesen Beihilfen diskutiert wird. Die empirische Analyse beruht auf Mikrosimulationen der Armutsauswirkungen und der Kosten beider Programme anhand von Daten aus einer tunesischen Haushaltsumfrage. Die Ergebnisse zeigen, dass eine universelle Kinderzulage bezüglich Armutsverringerung ungefähr doppelt so effizient ist wie die aktuellen Nahrungsmittel- und Energiebeihilfen (die Kosten, die aufgewendet werden müssen, um eine Person mit einer universellen Kinderzulage aus der Armut zu führen, sind demnach halb so hoch wie die Kosten für die Armutsbeendigung einer Person anhand von Beihilfen). Der Artikel kommt zum Schluss, dass die Effizienz der Unterstützung durch eine Sozialschutzreform nach einem universellen Ansatz erhöht werden kann. Solche Reformen können auch ohne eine strenge Ausrichtung auf Armutsgefährdete durchgeführt werden und bieten eine Alternative zu den Beihilfen, deren negative Nebenwirkungen (Fehler beim Ausschluss nicht Anspruchsberechtigter, Anreize zu informeller Arbeit und soziale Spannungen) und Kosten (sowohl für die öffentliche Hand als auch für den Privatsektor aufgrund der intensiven Datensammlung für die gezielte Leistungsausrichtung) meist übersehen oder unterschätzt werden.


Jessica Hagen-Zanker, Martina Ulrichs und Rebecca Holmes

Welche Auswirkungen haben Geldtransfers für Flüchtlinge bei einem längeren Fernbleiben von der Heimat? – Ergebnisse aus Jordanien

Die aktuelle Flüchtlingskrise verlangt neue Denkweisen und eine dauerhafte Politik, die über die schlichte Deckung des unmittelbaren Bedarfs der Flüchtlinge hinausgeht. Da die Krise weiter anhält, sind die humanitären Maßnahmen mittlerweile durch Geldtransferprogramme erweitert worden, um die syrischen Flüchtlinge in Jordanien bei der Deckung ihres Grundbedarfs zu unterstützen. Obwohl Geldtransfers in stabilen Kontexten während der vergangenen zwei Jahrzehnte Gegenstand eingehender Untersuchungen waren, weiß man wenig über die möglichen Auswirkungen von Geldtransfers auf Bevölkerungsteile, die über längere Zeit als Flüchtlinge oder Vertriebene leben. Dieser Artikel untersucht die ökonomischen und sozialen Auswirkungen eines Geldtransferprogramms des UNHCR für syrische Flüchtlinge in städtischen Gebieten Jordaniens. Ein Ergebnis lautet, dass fast alle Nutznießer diese Transfers zur Bezahlung von Mieten nutzten und dadurch ihre täglichen Sorgen und Ängste abbauen konnten. Dies stellt eine große Wirkung dar, die jedoch davon abhängig ist, ob die Unterstützung durch Geldtransfers auch weiterbesteht. Eine längerfristige Wirkung kann nur dann erzielt werden, wenn die Hilfe für die Flüchtlinge über den unmittelbaren Bedarf hinausgeht und stärker mit den nationalen Maßnahmen und den allgemeinen politischen Angeboten abgestimmt wird, so auch mit einem Recht auf Arbeit für Flüchtlinge.


Sharif A. Ismail

Der steinige Weg zu einer universellen Krankenversicherungsdeckung in Ägypten: eine politisch-ökonomische Analyse der Krankenversicherungsreform von 2005 bis 2015

Die Prozesse der Entwicklung und Umsetzung öffentlicher Politik im Nahen Osten und in Nordafrika sind heute noch zu wenig untersucht. Dieser Artikel liefert deshalb eine Fallstudie über die Reform der öffentlichen Politik und konzentriert sich dabei auf die Anstrengungen zur Ausweitung der Krankenversicherungsdeckung in Ägypten. Er beruht auf einer thematischen Analyse begutachteter und nicht begutachteter Literatur sowie Presseartikeln zwischen 2005 und 2015 mit einem besonderen Augenmerk auf den Zeitraum bis 2011. Die Analyse zeigt, dass die Reforminitiativen in diesem Zeitraum mehrheitlich gescheitert sind, da sich die Hauptakteure betreffend Ziele, Angebote und politische Umstellungsprozesse nicht einig waren. Der Erfolg der in Ägypten geplanten Reformen könnte nun davon abhängen, inwieweit die unterschiedlichen Agenden und die sich entwickelnden Machtverhältnisse dieser Akteure berücksichtigt werden, insbesondere angesichts der tiefgreifenden politischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen, vor denen das ägyptische Gesundheitssystem derzeit steht.


Walaa Talaat

Die Wirksamkeit der gezielten Ausrichtung des ägyptischen Nahrungsmittelbeihilfeprogramms: Können die Armen erreicht werden?

Das Nahrungsmittelbeihilfeprogramm Ägyptens leistet einen großen Beitrag zur gesellschaftlichen Stabilität, und dennoch gibt es akademischen und politischen Druck, das System zu reformieren, um es stärker auf ärmere Menschen auszurichten. Dies war insbesondere seit der ägyptischen Revolution von 2011 der Fall, sowie im Lichte von Klagen der Regierung und internationaler Organisationen, das Programm sei vergleichsweise teuer und zu wenig auf arme Menschen ausgerichtet. Daher ist es wichtig, dass die Wirksamkeit der Ausrichtung des Programms gemessen wird, nicht zuletzt auch, um Ergebnisse über die Zielwirkung dieser Armutsbekämpfungsmaßnahme zu erhalten. Die meisten früheren Untersuchungen zum ägyptischen Nahrungsmittelbeihilfeprogramm befassten sich aus ökonometrischer Sicht ausschließlich mit den Herausforderungen von Fehlern bei Ausschluss und Aufnahme in das Programm. Diese Studie hingegen verfolgt einen gemischten Ansatz, um das Programm besser erklären zu können und zu untersuchen, wie die Steuerungsstruktur zur Wirksamkeit beitragen kann. Mit dieser Methode ergibt sich sowohl ein statistisch zuverlässiges Maß der Zielgenauigkeit sowie ein besseres Verständnis der Wirksamkeit des Programms betreffend eine gezielte Ausrichtung. Zudem dürfte das Verständnis des aktuellen Zielmechanismus den politischen Entscheidungsträgern helfen, seine Wirksamkeit zu erhöhen und letztlich eine umfassende Reform in die Wege zu leiten, mit der ein wirksames Sozialschutzsystem aufgebaut werden kann.


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