International Social Security Review International Social Security Review

Die International Social Security Review ist die bedeutendste internationale Vierteljahreszeitschrift der Welt auf dem Gebiet der sozialen Sicherheit.

Sie enthält Artikel führender Experten der sozialen Sicherheit mit internationalen Vergleichen und ausführlichen Studien über fachspezifische Fragen sowie Analysen der Systeme der sozialen Sicherheit in verschiedenen Ländern.

Den Mitgliedern der IVSS steht in Meine IVSS ein kostenloser Zugang zur aktuellen Ausgabe der Review auf Englisch sowie dem elektronischen Archiv früherer Ausgaben (ab 1967 für auf Englisch veröffentlichte Artikel, 2007-2013 für auf Deutsch, Französisch und Spanisch veröffentlichte) Artikel zur Verfügung.

Ab dem Jahr 2014 erscheint die International Social Security Review nur noch auf Englisch. Zusammenfassungen aller neuen Artikel sind in acht Sprachen verfügbar: Deutsch, Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch.

Informationen und Abonnemente

Auf der vom internationalen Verlag Wiley betriebenen Plattform für Online-Veröffentlichungen haben Abonnenten Zugang zum Volltext aller Artikel der International Social Security Review , die seit 1967 veröffentlicht wurden.

Es besteht die Möglichkeit, eine Musterausgabe der International Social Security Review sowie die Inhaltsverzeichnisse und Zusammenfassungen aller Ausgaben in der Wiley Online Library zu konsultieren. Weitere Informationen darüber, wie Sie ohne Abonnement Zugang zum Volltext einzelner Artikel erhalten, finden Sie hier.

Zusammenfassungen der Artikel (Aktuelle Ausgabe: Januar-März 2019, Band 72, Nummer 1)

Koen Caminada, Kees Goudswaard, Chen Wang und Jinxian Wang

Hat sich die Umverteilungswirkung von Sozialtransfers und Steuern in den Ländern über die Zeit verändert?

In den meisten Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist die Einkommensschere zwischen arm und reich in den vergangenen Jahrzehnten weiter aufgegangen. Dieser Artikel analysiert, ob und inwieweit Einkommenssteuern und Sozialtransfers zu diesem Trend beigetragen haben. Hat sich die Umverteilungswirkung verschiedener Sozialprogramme über die Zeit verändert? In der Studie wurden Mikrodaten des LIS Cross National Data Center in Luxemburg für den Zeitraum 1982 2014 verwendet, und sowohl die Gesamtbevölkerung als auch die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wurden untersucht. Im Gegensatz zu den Ergebnissen einiger anderer Studien, insbesondere der OECD, kamen wir nicht zu dem Schluss, dass die Umverteilungswirkung abgenommen hat. Steuervergünstigungssysteme waren um das Jahr 2013 erfolgreicher darin, Einkommensungleichheiten auszugleichen, als dies noch Mitte der 1980er- und Mitte der 1990er-Jahre der Fall gewesen war, vor allem, wenn man die Gesamtbevölkerung betrachtet. Veränderungen in den Sozialprogrammen führten in den hier untersuchten Ländern nicht zu einer größeren Einkommensungleichheit.


Magnus Piirits und Andres Võrk

Die Auswirkungen eines kapitalgedeckten Rentensystems auf die Generationenungleichheit: eine Mikrosimulations-Analyse für Estland

Für diese Studie wurde ein Mikrosimulationsmodell mit einer Männer-Kohorte verwendet, um die Auswirkungen der in Estland erfolgten Umstellung von einem umlagefinanzierten Rentensystem mit festgelegten Beiträgen zu einem Mehrsäulensystem mit beitragsbezogenen Versicherungskomponenten und einem kapitalgedeckten Rentensystem auf die Generationengerechtigkeit und Umverteilung zu ermitteln. Wir leisten einen Beitrag zur Literatur über Mikrosimulation, indem wir aufzeigen, dass die Einführung beitragsbezogener Versicherungskomponenten und obligatorischer Systeme mit festgelegten Beiträgen zu einer Erhöhung der Rentenungleichheit führen kann. Unsere Ergebnisse zeigen, dass im Fall einer großen Ungleichheit beim Arbeitseinkommen und einer hohen Langzeitarbeitslosigkeit wie etwa in Estland eine sehr starke Kopplung der zukünftigen Leistungen an die gezahlten Beiträge zu einer beträchtlich größeren Ungleichheit des Renteneinkommens führt als der Gini-Koeffizient anzeigt. Die Simulationsergebnisse für Estland haben ergeben, dass sich die Ungleichheit beim Altersrenteneinkommen mehr als verdoppelt, wenn die Reformen ihre Wirkung entfalten. Im Gegensatz dazu nimmt die Ungleichheit bei den Ersatzquoten ab.


Lena M. Banks, Matthew Walsham, Hoang Van Minh, Doan Thi Thuy Duong, Tran Thu Ngan, Vu Quynh Mai, Karl Blanche* und Hannah Kuper

Sozialschutzzugang von Menschen mit Behinderung: Daten aus Vietnam

Obwohl Menschen mit Behinderung oft als wichtige Leistungsempfänger von Sozialleistungen gelten, ist wenig über ihren tatsächlichen Zugang zu den bestehenden Programmen bekannt. Diese Studie verwendet unterschiedliche Methoden, um die Nutzung von Sozialschutzprogrammen für Menschen mit Behinderung und von ungezielten Sozialschutzprogrammen in Vietnam, insbesondere im Distrikt Cam Le, zu erforschen. In diesem Distrikt sind 53 Prozent der Menschen mit Behinderung durch Sozialfürsorge und 96 Prozent von ihnen durch eine Krankenversicherung gedeckt. Nur wenige von ihnen beziehen jedoch arbeitsbezogene Sozialversicherungsleistungen oder andere Leistungen für Menschen mit Behinderung (wie Weiterbildungen oder Transportermäßigungen). Zu den zugangsentscheidenden Faktoren gehören die Zugänglichkeit des Antragsverfahrens, die Verfahren der Einstufung der Behinderung, das Wissen um die Programme und ihr wahrgenommener Nutzen sowie die verbreitete Einstellung zu Behinderung und Sozialschutz.


José Alves, Daniela Craveiro, Maria Teresa Garcia und Paula Albuquerque

Auswirkungen internationaler Migration auf das öffentliche Rentensystem: der Fall Portugal

Dieser Artikel analysiert die Auswirkungen der Bestandserhaltungsmigration auf die finanzielle Tragfähigkeit des Altersrentensystems in Portugal, einem Land mit einer der europaweit größten alternden Bevölkerung. Dazu werden demographische Vorhersagen und Wirtschaftsprognosen für Portugal genutzt. Für den Zeitraum 2015-2060 zeigen unsere Ergebnisse die positiven Auswirkungen der internationalen Migration auf die Bilanz des Altersrentensystems, die sich nach 2045 auf mehr als 3 Prozent des BIP beläuft. Außerdem ist die Bestandserhaltungsmigration – auch wenn man die langsame Dynamik der portugiesischen Wirtschaft berücksichtigt – ein wichtiger Faktor für die Verbesserung der finanziellen Tragfähigkeit des Rentensystems.


Milva Geri, Mariana de Santis und Nebel Moscoso

Ungleicher Zugang zum argentinischen Rentensystem (1994-2017)

Die Rentendeckung in Argentinien ist sowohl im erwerbsfähigen Alter als auch im Ruhestand zwischen den unterschiedlichen Einkommensniveaus ungleich verteilt. Ziel des Artikels ist es, die Entwicklung der Ungleichheit beim Zugang zum argentinischen Rentensystem ausgehend vom sozioökonomischen Status der Betroffenen im Zeitraum 1994 2017 zu ermitteln. Es wird analysiert, wie Variablen wie Geschlecht, Alter und Bildungsstand sich auf diese Ungleichheit auswirken. Die Schlussfolgerung lautet, dass die Ungleichheit beim Zugang trotz des steigenden durchschnittlichen Deckungsgrads in den Jahren nach der Reform von 1994 stark zugenommen hat, sowohl beim aktiven als auch beim inaktiven Teil der Bevölkerung. Die Ungleichheit beim Zugang von aktiven Personen hat sich durch die Rückkehr zum umlagefinanzierten Rentensystem nicht wesentlich verbessert, beim inaktiven Bevölkerungsteil konnte sie hingegen stark reduziert werden. Ersteres Ergebnis hinsichtlich der Deckung ist der Untersuchung zufolge vor allem auf die Besserstellung höher Gebildeter in der aktiven Bevölkerung zurückzuführen, doch das zweite Ergebnis dürfte eine direkte Folge der Übergangspläne für eine Renteninklusion sein, wobei die Ungleichheit später erneut zunahm.


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