International Social Security Review International Social Security Review

Die International Social Security Review ist die bedeutendste internationale Vierteljahreszeitschrift der Welt auf dem Gebiet der sozialen Sicherheit.

Sie enthält Artikel führender Experten der sozialen Sicherheit mit internationalen Vergleichen und ausführlichen Studien über fachspezifische Fragen sowie Analysen der Systeme der sozialen Sicherheit in verschiedenen Ländern.

Den Mitgliedern der IVSS steht in Meine IVSS ein kostenloser Zugang zur aktuellen Ausgabe der Review auf Englisch sowie dem elektronischen Archiv früherer Ausgaben (ab 1967 für auf Englisch veröffentlichte Artikel, 2007-2013 für auf Deutsch, Französisch und Spanisch veröffentlichte) Artikel zur Verfügung.

Ab dem Jahr 2014 erscheint die International Social Security Review nur noch auf Englisch. Zusammenfassungen aller neuen Artikel sind in acht Sprachen verfügbar: Deutsch, Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch.

Informationen und Abonnemente

Auf der vom internationalen Verlag Wiley betriebenen Plattform für Online-Veröffentlichungen haben Abonnenten Zugang zum Volltext aller Artikel der International Social Security Review , die seit 1967 veröffentlicht wurden.

Es besteht die Möglichkeit, eine Musterausgabe der International Social Security Review sowie die Inhaltsverzeichnisse und Zusammenfassungen aller Ausgaben in der Wiley Online Library zu konsultieren. Weitere Informationen darüber, wie Sie ohne Abonnement Zugang zum Volltext einzelner Artikel erhalten, finden Sie hier.

Zusammenfassungen der Artikel (Oktober-Dezember 2019, Band 72, Nummer 4)

Francisco Colín

Das Altersrentengesetz in Mexiko: Eine Garantie für Altersarmut?

1997 ersetzte Mexiko sein wichtigstes Altersrentensystem durch ein System mit einer individuellen Kapitalbildung. 2021 werden die ersten Menschen nach dem neuen System in den Ruhestand gehen. Die Ergebnisse dieser Studie zeigen anhand eines Modells zur Projektion demografischer und arbeitsmarktbezogener Variablen und einer Monte-Carlo-Simulation, dass der Anteil der Männer ohne Rente von heute 38 Prozent bis 2051 auf 59 Prozent und der Anteil der Frauen ohne Rente von 44 Prozent auf 66 Prozent steigen wird. Die Ersatzquote für Arbeitnehmer in Mexiko wird demnach durchschnittlich von 70 Prozent auf 30 Prozent zurückgehen. Die Anzahl Menschen in extremer Armut wird um fast 2,8 Millionen steigen und insgesamt 9,44 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Im Artikel werden alternative Szenarien beschrieben, die auf einem höheren Beitragssatz und einer Anhebung des Rentenalters beruhen.


Konstantinos Kougias

Jugendorientierte Arbeitsmarktmaßnahmen und Wirtschaftskrise: Erklärung der politischen Strategien in Griechenland und Portugal

Der Ausgangspunkt dieser Studie ist die Umsetzung scheinbar ähnlicher jugendorientierter Arbeitsmarktmaßnahmen in Griechenland und Portugal. Beide Länder litten unter einer hohen Jugendarbeitslosigkeit und sahen sich gezwungen, ihren Arbeitsmarkt im Rahmen der Rettungspakete, die während der Staatsschuldenkrise in Europa verabschiedet wurden, zu restrukturieren. Trotz vieler Gemeinsamkeiten der politischen Gestaltung ergaben sich bei den Beschäftigungsergebnissen beträchtliche Unterschiede. Die Politik für die Jugend war in Portugal zielgerichteter und besser strukturiert. Ihre Umsetzung war wirksamer, und von Beginn der Krise an wurden die Sozialpartner eingebunden. In Griechenland hingegen wurde die Dynamik der jugendorientierten politischen Maßnahmen durch Mängel in der politischen Gestaltung, durch administrative Schwächen und durch ungünstige makroökonomische Bedingungen gebremst, so dass sich die Unsicherheit für junge Menschen erhöht hat. Diese zwei unterschiedlichen Entwicklungen zeigen, dass ähnliche politische Inhalte manchmal zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen können.


Magdalena Sepúlveda Carmona

Biometrische Verfahren und die Rechte von Leistungsempfängern in Sozialschutz-programmen

Im vergangenen Jahrzehnt hat der Einsatz biometrischer Verfahren zur Identifizierung und Authentifizierung von Leistungsempfängern in Sozialschutzprogrammen zugenommen. Dennoch gab es bei den Regierungen, Geldgebern und Organisationen der Zivilgesellschaft kaum eine Debatte darüber, welche Folgen diese Technologien für die Einbindung der am meisten gefährdeten Bevölkerungsteile sowie für die Sicherheit und den Schutz der Privatsphäre und der personenbezogenen Daten haben können. Der Artikel will diesen Mangel beheben und liefert zunächst einen Überblick darüber, wie biometrische Verfahren in verschiedenen Sozialschutzprogrammen weltweit eingesetzt werden. Sodann werden die Risiken und Herausforderungen beim Einsatz biometrischer Technologien in Sozialschutzprogrammen untersucht. Und schließlich wird geprüft, welche Anforderungen gestellt werden müssen, wenn sichergestellt werden soll, dass die biometrischen Verfahren internationalen Rechtsvorschriften genügen. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen Entwicklungsländer, wo der Einsatz biometrischer Technologien für Identifikationssysteme in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat. Zu den wichtigsten Schlussfolgerungen des Artikels zählt, dass der oft durch Geldgeber geförderten Einführung biometrischer Verfahren eine demokratische Debatte vorangehen sollte, bei der alle Alternativen diskutiert werden. Die Einführung dieser Technologien sollte durch eine kontextspezifische Risikobeurteilung und entsprechende rechtliche und institutionelle Vorschriften begleitet werden, damit die Rechte der Nutzer geschützt werden und sichergestellt ist, dass die am meisten gefährdeten und benachteiligten Mitglieder der Gesellschaft nicht ausgeschlossen werden.


Ianina Rossi, Victoria Tenenbaum und Martín Lavalleja

Ausweitung des Zugangs zu beitragsabhängigen Renten: Der Fall Uruguay

Viele lateinamerikanische Länder haben den Zugang zu beitragsabhängigen Renten seit den 1980er-Jahren eingeschränkt, und als Hauptgrund dafür wurden Sorgen um die finanzielle Tragfähigkeit angeführt. Studien haben jedoch gezeigt, dass wohl ein beträchtlicher Anteil der Beitragszahler strengere Zugangsvoraussetzungen nicht erfüllen kann, da das ermittelte Beitragsaufkommen gering ausfällt. Obwohl es in den meisten lateinamerikanischen Ländern keine vollständige Aufstellung der Erwerbsbiografie gibt, lässt sich anhand des beobachteten Beitragsaufkommens eindeutig auf kurze Beitragszeiten schließen, insbesondere bei Geringverdienern und Frauen. Dies hat im vergangenen Jahrzehnt zu einer neuen Welle von Reformen geführt, bei denen die Anspruchsvoraussetzungen für einen Rentenbezug gelockert und auch geschlechtsspezifische Kriterien berücksichtigt wurden. Uruguay hat es mit beiden Mechanismen versucht. Das Land hat die Mindestbeitragszeiten nach einer Erhöhung im Jahr 1996 wieder gesenkt und rechnet seit 2008 auch die Zeit für die Kindererziehung an. Im Artikel werden die Auswirkungen weniger strenger Anspruchsvoraussetzungen auf die Rentenansprüche in Uruguay analysiert, und anhand von Verwaltungsdaten werden die vollständigen Erwerbsbiografien abgeschätzt. Aufstellungen zur Erwerbsbiografie gibt es im Land erst seit 1996, so dass noch immer keine vollständigen Erwerbsbiografien verfügbar sind. Die Studie kommt zum Schluss, dass die Rentenansprüche insbesondere für Frauen steigen würden. Die größte Wirkung hätten dabei die gelockerten Beitragsvoraussetzungen. Die Anrechnung der Kindererziehung würden zu einer weiteren Verringerung des Geschlechtergefälles beim Leistungszugang führen. Der Fall Uruguay ist auch im regionalen Kontext relevant, da die meisten lateinamerikanischen Länder eine schnelle Bevölkerungsalterung aufweisen und von den Erfahrungen Uruguays lernen könnten, da die Lebensdaten in diesem Land eher denjenigen entwickelter Länder gleichen. Auch zeigen die jüngsten Reformen in der Region, dass die Rentenrechte und das Geschlechtergefälle ein geteiltes Problem vieler lateinamerikanischer Länder sind.


David M. Dror

Mikroversicherungen: Ein kurzer geschichtlicher Abriss

Vor zwanzig Jahren erschien in der Internationalen Revue für Soziale Sicherheit ein Artikel, der dem Vokabular der Entwicklung und des Sozialschutzes einen neuen Begriff hinzufügte: Mikroversicherungen. Heute ist es an der Zeit, den Beitrag von Mikroversicherungen zum Ausbau der Deckung und der sozialen Sicherheit nachzuzeichnen. Der Artikel gibt einen Überblick über die wichtigsten Erkenntnisse aus zwanzig Jahren Umsetzung und bestätigt klar das Leistungsversprechen der Gesundheits-Mikroversicherung, da die Nachfrage nach Mikroversicherungen, die Geschäftsprozesse für eine erfolgreiche Einführung und die Bedingungen, die für eine Skalierung und einen nachhaltigen Betrieb erfüllt sein müssen, besser verstanden werden. Auch der Kontext wird beschrieben, der zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen von Mikroversicherungen geführt hat. Im Artikel werden zudem ungelöste Fragen und Überlegungen zur Zukunft der Mikroversicherung diskutiert. Die Schlussfolgerung des Artikels lautet, dass Mikroversicherungen gedeihen können, wenn vier Voraussetzungen für die Umsetzung gegeben sind: eine allgemeine Verbreitung durch politische Unterstützung, ein besseres Versicherungswissen der Kunden, eine fachliche Unterstützung für die Selbstverwaltung der Systeme und das Vorhandensein von Startkapital. Eine zusätzliche hinreichende Bedingung ist, wenn die Kunden Mikroversicherungen als Angebot wahrnehmen, das Wohlstandsgewinne ermöglicht, die sonst nicht erreichbar sind.


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