IVSS

Ausbau der sozialen Sicherheit in ländlichen Gebieten

Im Hinblick auf die globalen Anstrengungen zum Erreichen eines universellen Sozialschutzes ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Deckung und die Unterstützung für die ländliche Bevölkerung verbessert werden. Zu diesem Zweck haben die IVSS und der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) vereinbart, die soziale Sicherheit in ländlichen Gebieten gemeinsam auszubauen und zu fördern.

Die ländliche Bevölkerung ist risikoanfällig und hat dennoch oft keinen Zugang zu Sozialschutzsystemen. Dies ist vor allem in ländlichen Gebieten mit einem hohen Anteil informeller Beschäftigung der Fall. In den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG 1.3) der Vereinten Nationen haben sich die Staaten verpflichtet, „den nationalen Gegebenheiten entsprechende Sozialschutzsysteme und -maßnahmen für alle umzusetzen, einschließlich eines Basisschutzes, und bis 2030 eine breite Versorgung der Armen und Schwachen zu erreichen“. Dabei müssen auch die besonderen Bedürfnisse der ländlichen Bevölkerung berücksichtigt werden.

Die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) und der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) werden von nun an in diesem Bereich zusammenarbeiten. Am 7. Februar 2019 haben die beiden Organisationen am IFAD-Hauptsitz in Rom, Italien, eine Zusammenarbeitsvereinbarung unterzeichnet. „Heute legen wir den Grundstein für eine Zusammenarbeit, die Landwirten und ihren Familien ein bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen bringen wird“, sagte Prof. Dr. Joachim Breuer, der Präsident der IVSS. Er unterzeichnete die Vereinbarung zusammen mit seinem Amtskollegen, dem Präsidenten des IFAD, Gilbert Houngbo. Mit der Partnerschaft soll die institutionelle Kapazität der IVSS Mitgliedsinstitutionen gestärkt werden, damit sie die Deckung der Beschäftigten in ländlichen Gebieten wirksam ausbauen können.

Im IVSS-Bericht über 10 globale Herausforderungen für die soziale Sicherheit wird das Schließen der Deckungslücke als eines der wichtigsten Ziele für Institutionen der sozialen Sicherheit genannt. Gemäß IAO verfügen 56 Prozent der ländlichen Bevölkerung über keine Krankenversicherungs-deckung, verglichen mit 22 Prozent in Stadtgebieten. Dynamische und inklusive Systeme der sozialen Sicherheit sind ein schlagkräftiges Instrument zur Bekämpfung von Ungleichheit und Armut und zur Förderung eines inklusiven und tragfähigen Wandels in ländlichen Gebieten. Das ist der Grund, warum die Partnerschaft zwischen der IVSS und dem IFAD so wichtig ist.

Vor kurzen ist die IVSS auch der Globalen Partnerschaft für einen universellen Sozialschutz beigetreten, die einen Aufruf zum Handeln gestartet hat, damit bis 2030 ein universeller Sozialschutz erreicht wird.


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