Weltkindertag

Sozialschutz von Kindern im Zentrum der Aufmerksamkeit

Der 20. November ist für alle Kinder ein wichtiger Tag. An diesem Datum wurde 1959 in der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Erklärung der Rechte des Kindes angenommen. Am selben Tag im Jahr 1989 verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Übereinkommen über die Rechte des Kindes. Es passt sehr gut, dass sich dieser Tag nun als Weltkindertag durchgesetzt hat.

In den Debatten über die soziale Sicherheit werden die Rechte von Kindern auf soziale Sicherheit oft nur im Zusammenhang mit deren Status als abhängige Person eines versicherten Elternteils oder Betreuers betrachtet. Der Grund ist, dass man sich allgemein stärker auf die Rechte von Menschen konzentriert, die im arbeitsfähigen Alter sind oder die nicht mehr arbeiten können. Diese Sichtweise verändert sich nun, da mehr politische Aufmerksamkeit auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern gerichtet wird.

„An diesem Weltkindertag möchten wir die Aufmerksamkeit darauf lenken, dass der Sozialschutz für Kinder – unsere Zukunft – ausgebaut werden muss“, erklärte Hans-Horst Konkolewsky, Generalsekretär der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit.

Aus aktuellen Daten geht hervor, dass die Sozialschutzdeckung von Kindern weltweit sehr niedrig und höchst ungleich verteilt ist. Wie die IAO berichtet, verfügen fast zwei Drittel aller Kinder (1,3 Milliarden) über keinerlei Deckung durch Sozialschutz.1 Internationalen Zahlen von Weltbank und UNICEF zufolge leiden 385 Millionen Kinder unter extremer Armut und 45 Prozent aller Kinder leben unterhalb der Armutsgrenze von 3,10 USD.2

Man weiß, dass eine solche Armutsexposition kurzfristig negative Folgen für die Entwicklung der Kinder (Sterblichkeit, Ernährung, Gesundheit, Bildung) haben kann und sich langfristig negativ auf ihre Langlebigkeit und ihre Lebensqualität als Erwachsene auswirkt.

Geldtransfers können eine Lösung sein

Um einen universellen Sozialschutz und Fortschritte bei den Zielen für nachhaltige Entwicklung (insbesondere Nachhaltigkeitsziel 1.3) zu erreichen, interessieren sich Regierungen weltweit vermehrt für das Potential von Geldtransfers, die im Leben von Kindern einen großen Unterschied machen können, vor allem wenn sie mit hochwertigen sozialen Dienstleistungen kombiniert werden.

Vor diesem Hintergrund findet vom 6. bis 8. Februar 2019 im Internationalen Arbeitsamt in Genf eine internationale Konferenz über universelle Kinderbeihilfen statt, die von der UNICEF, der Internationalen Arbeitsorganisation und dem Overseas Development Institute organisiert wird.

Ein wichtiges Ziel der Konferenz lautet, dass eine fundierte politische Debatte und Entscheidungsfindung zu den Themen Geldtransfers, Sozialschutz, gezielte oder universelle Leistungen, Auflagen, Finanzierung von Strategien, Verringerung von Kinderarmut und Verbesserung der allgemeineren Entwicklung von Mädchen und Jungen angestoßen werden soll.

Kritisch beleuchtet werden dabei die Umsetzung verschiedener Arten von Geldtransferleistungen, ihre Verbindungen zur allgemeinen Sozialpolitik (einschließlich Sachleistungen, universelle Bildung, Gesundheitsleistungen und Steuerpolitik) sowie ihre Folgen für universelle Kinderbeihilfen.

Ein wichtiger Schwerpunkt wird sein, Methoden zu bestimmen, mit denen eine hochwertige Dienstleistungserbringung sichergestellt werden kann. Denn für die IVSS steht bei der Sozialschutzerbringung stets die Dienstleistungsqualität im Vordergrund, wie sie ihr grundlegender Bericht 10 globale Herausforderungen für die soziale Sicherheit jüngst gezeigt hat.

Für die an der Konferenz vorgestellten Studien geht es auch darum, dass sie zur Veröffentlichung in einem 2019 erscheinenden Themenheft der International Social Security Review ausgewählt werden.

Quellen

1 IAA. 2017. World social protection report 2017-2019: Universal social protection to achieve the Sustainable Development Goals. Genf.
2 Weltbank, UNICEF. 2016. Ending extreme poverty: A focus on children. Washington DC.


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