IVSS-Nachrichten

Die Zukunft der sozialen Sicherheit in Eurasien gestalten

Während eine universelle soziale Sicherheit in der Region Eurasien bereits seit Langem existiert, stehen die dortigen Länder nun vor schwierigen Entscheidungen, um die Nachhaltigkeit ihrer Systeme sicherzustellen und einen Rückgang der Abdeckung aufgrund zunehmender informeller Beschäftigung zu vermeiden. Die IVSS arbeitet mit ihren Mitgliedern in dieser Region zusammen, um den Erfahrungsaustausch und die Umsetzung guter Praxis zu fördern.

Bislang standen für Entwicklungen der sozialen Sicherheit wie das Mutterschaftskapital in Russland und Unterstützungsprogramme für andere gefährdete Gruppen genügend Ressourcen zur Verfügung. Heute unterliegt die soziale Sicherheit fiskalischen Zwängen, die zu schwierigen parametrischen Reformen führen. Ein Beispiel: Um finanzielle Nachhaltigkeit zu erzielen, legte die russische Regierung dem Parlament kürzlich einen Gesetzesentwurf mit dem Vorschlag vor, das gesetzliche Renteneintrittsalter für Männer von 60 auf 65 Jahre und für Frauen von 55 auf 63 Jahre anzuheben.

Vor Kurzem trafen sich die IVSS-Direktoren für soziale Sicherheit der Region Eurasien in St. Petersburg, um sich darüber auszutauschen, wie die wichtigsten aktuellen Probleme anzugehen sind. Die Rentenkasse der Russischen Föderation hatte zu diesem Treffen eingeladen. Die Einführungspräsentation des Generalsekretärs der IVSS, Hans-Horst Konkolewsky, thematisierte die 10 globalen Herausforderungen für die soziale Sicherheit. Hiermit gab er den erweiterten Rahmen für die anschließenden Diskussionen vor und setzte die Herausforderungen innerhalb der Region in einen globalen Kontext.

Die Direktoren für soziale Sicherheit tauschten sich über mögliche Wege aus, die Finanzierung der sozialen Sicherheit auf solide Füße zu stellen. Besonderes Augenmerk lag in diesem Zusammenhang auf dem Kampf gegen Steueroasen und auf der Notwendigkeit, große Unternehmen und Finanzgruppen ihren fairen Anteil an den Kosten der Sozialversicherungssysteme tragen zu lassen. Außerdem diskutierten die Teilnehmer über die globalen Herausforderungen für die soziale Sicherheit im Zusammenhang mit Jugendbeschäftigung, chronischer Arbeitslosigkeit, neuen Arbeitsformen, technologischen Entwicklungen und der Digitalisierung der Wirtschaft.

Eines der wesentlichen Ergebnisse dieser Veranstaltung war die Erkenntnis, dass Reformen ausgewogen sein müssen, um mögliche negative Auswirkungen für die Bürger zu minimieren. Gespräche mit Ländern, die ähnliche Prozesse bereits durchlaufen haben, und Lernbereitschaft von diesen Ländern können sich hier als wichtige Ressourcen erweisen.


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