IVSS-Fachseminar in Baltimore, Vereinigte Staaten

Lebendige Nutzung von Sterbedaten

Sterbedaten sind von entscheidender Bedeutung, um das, was in der Verwaltung als „lebende Tote“ und als „tote Lebende“ bezeichnet werden kann, zu vermeiden. Zur ersten Gruppe gehören Menschen, die verstorben sind, die in den nationalen Registern jedoch als lebend geführt werden. Die zweite Gruppe umfasst Menschen, die leben, die aber fälschlicherweise als verstorben geführt werden. Die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) hat dazu ein maßgeschneidertes Seminar organisiert, das sich mit der Verbesserung der Programmintegrität befasste. Gastgeberin des Fachseminars war die Verwaltung für soziale Sicherheit der Vereinigten Staaten.

Die Institutionen der sozialen Sicherheit verwenden die ihnen übermittelten Sterbedaten, um entweder die Auszahlung von Leistungen und Ansprüchen zu beenden oder neue Ansprüche wie Hinterbliebenenrenten zu gewähren. Administrative Fehler oder betrügerische Angaben bei der Registrierung von Sterbeurkunden haben natürlich zur Folge, dass die Leistungen fehlgeleitet werden. Um für die Öffentlichkeit Dienstleistungen hoher Qualität sicherzustellen und Vertrauen in die Institutionen der sozialen Sicherheit zu schaffen und zu erhalten, müssen innovative Lösungen gefunden werden, damit die Programmintegrität erhöht werden kann.

Besondere Bedürfnisse, maßgeschneiderte Lösungen: die IVSS-Fachseminare

Im Rahmen der einzigartigen maßgeschneiderten Lösungen für IVSS-Mitgliedsinstitutionen hat die IVSS auf Ersuchen der Verwaltung für soziale Sicherheit der Vereinigten Staaten ein Fachseminar zur Verbesserung der Programmintegrität vorbereitet. Dabei ging es um das komplexe Thema der Sterbedaten sowie um verwandte Fragen wie die Identifizierung von Personen.
Das Fachseminar, das vom 20. bis 21. September 2018 in Baltimore, Vereinigte Staaten, ausgerichtet wurde, bot eine Gelegenheit, über praktische Lösungen zur Verbesserung der Verfahren für die Sterbebenachrichtigung zu diskutieren und Erfahrungen mit der Umsetzung und Verwaltung von Authentifizierungssystemen auszutauschen.

In den zwei Tagen des regen Austauschs über relevante Praktiken erörterten internationale Experten und Topmanager von IVSS-Mitgliedsinstitutionen aus Deutschland, Finnland, Irland, Kanada, der Republik Korea, den Niederlanden, der Schweiz und den Vereinigten Staaten Herausforderungen und Lösungen, die für eine korrekte Erbringung der Dienstleistungen der sozialen Sicherheit entscheidend sind.

Technologie und Innovation für die Verwaltung von Sterbedaten und persönlicher Identifikationen

Am ersten Tag des Fachseminars standen die Sammlung, die Speicherung, die Pflege und der Austausch von Sterbedaten im Mittelpunkt. Am zweiten Tag drehten sich die Gespräche um die Ausgabe einer eindeutigen Identifizierung, und es wurden elektronische Alternativen zur herkömmlichen Sozialversicherungskarte, die in vielen Ländern verwendet wird, sowie Lösungen für die Authentifizierung erörtert.

In den Diskussionen ging es darum, wie die Dienstleistungen durch eine sichere elektronische Identifikation effizienter und wirksamer erbracht werden können, und es wurden aktuelle und neue Trends und Lösungen im elektronischen Identitätsmanagement vorgestellt.

Die Identitätsprüfung oder die Überprüfung, dass eine Person tatsächlich die von ihr behauptete ist, kann für den Datenaustausch zwischen Institutionen der sozialen Sicherheit von entscheidender Bedeutung sein. Am Fachseminar wurden neue Technologien und innovative Praktiken erkundet, mit denen das Problem der eindeutigen Identifizierung und Authentifizierung gelöst werden kann. Einige konkrete Beispiele und innovative Ansätze für den Lebensnachweis wurden den Vertretern der IVSS-Mitgliedsinstitutionen vorgestellt und von ihnen diskutiert.

Der Vorschlag der IVSS für den Austausch von Sterbedaten

Die Institutionen stehen trotz beträchtlicher Unterschiede vor ähnlichen Herausforderungen, und eine starke internationale Zusammenarbeit ist entscheidend, damit Betrugsfälle und Fehler vermieden und bekämpft werden können. Aufgrund der zunehmenden inner- und zwischenstaatlichen Mobilität der Beschäftigten und Rentner müssen die Institutionen und Länder im Bereich Sterbedaten intensiver zusammenarbeiten und Abkommen schließen. Diese Abkommen müssen darüber hinaus auch wirksam umgesetzt werden.

Die IVSS hat nun ein Projekt gestartet, um einen internationalen Ansatz zur Verringerung der Komplexität von Datenaustauschverfahren zu entwickeln. Die IVSS bietet unter Leitung des IVSS Fachausschusses für Informations- und Kommunikationstechnologie Standards und Instrumente an, mit denen die Effizienz und Wirksamkeit des internationalen Datenaustauschs verbessert werden können.


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