International Social Security Review International Social Security Review

Die International Social Security Review ist die bedeutendste internationale Vierteljahreszeitschrift der Welt auf dem Gebiet der sozialen Sicherheit.

Sie enthält Artikel führender Experten der sozialen Sicherheit mit internationalen Vergleichen und ausführlichen Studien über fachspezifische Fragen sowie Analysen der Systeme der sozialen Sicherheit in verschiedenen Ländern.

Den Mitgliedern der IVSS steht in Meine IVSS ein kostenloser Zugang zur aktuellen Ausgabe der Review auf Englisch sowie dem elektronischen Archiv früherer Ausgaben (ab 1967 für auf Englisch veröffentlichte Artikel, 2007-2013 für auf Deutsch, Französisch und Spanisch veröffentlichte) Artikel zur Verfügung.

Ab dem Jahr 2014 erscheint die International Social Security Review nur noch auf Englisch. Zusammenfassungen aller neuen Artikel sind in acht Sprachen verfügbar: Deutsch, Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch.

Informationen und Abonnemente

Auf der vom internationalen Verlag Wiley betriebenen Plattform für Online-Veröffentlichungen haben Abonnenten Zugang zum Volltext aller Artikel der International Social Security Review , die seit 1967 veröffentlicht wurden.

Es besteht die Möglichkeit, eine Musterausgabe der International Social Security Review sowie die Inhaltsverzeichnisse und Zusammenfassungen aller Ausgaben in der Wiley Online Library zu konsultieren. Weitere Informationen darüber, wie Sie ohne Abonnement Zugang zum Volltext einzelner Artikel erhalten, finden Sie hier.

Zusammenfassungen der Artikel (Aktuelle Ausgabe: April-Juni 2019, Band 72, Nummer 2)

Elaine Fultz und Kenichi Hirose

Renten der zweiten Säule in Zentral- und Osteuropa: Eingeschränkte Auszahlung und Austrittsoptionen

Zwischen 1998 und 2007 wurden in der Mehrzahl der Staaten Zentral- und Osteuropas Gesetze erlassen, mit denen die Beschäftigten zu Rentenansparungen in privatwirtschaftlich verwalteten individuellen Konten verpflichtet wurden. Die Regierungen finanzierten diese Konten durch einen Teil der Einnahmen für öffentliche Renten und schufen dadurch ein öffentliches Haushaltsdefizit (oder vergrößerten es). Die meisten Regierungen Zentral- und Osteuropas haben diese Finanzspritzen nach dem Beginn der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 gekürzt und die Konten zurückgefahren. Nun, ein Jahrzehnt nach der Krise, wird im Artikel untersucht, welche Leistungen den in den Ruhestand tretenden Beschäftigten aus diesen Konten ausgezahlt werden. Diese Leistungen werden im Vergleich zu öffentlichen Renten allgemein als unvorteilhaft beurteilt. In einigen Systemen werden Pauschalbeträge anstatt regelmäßiger monatlicher Leistungen bezahlt, in den meisten werden die Leistungen nicht regelmäßig an die Inflation angepasst und bei manchen erhalten Frauen geringere Beträge als Männer mit demselben Kontostand. In verschiedenen Ländern beziehen Rentner mit individuellen Konten geringere Leistungen als Rentner ohne diese Konten. Um diese Nachteile zu beseitigen, haben verschiedene Regierungen Zentral- und Osteuropas den in den Ruhestand tretenden Beschäftigten erlaubt, ihren Kontenstand aufzustocken und eine volle öffentliche Rente zu beziehen. Die Unzufriedenheit der Beschäftigten wird damit zwar gedämpft, aber gleichzeitig wird so auch die öffentliche Rentenfinanzierung belastet. Um die Inhaber von Konten der zweiten Säule zu unterstützen, ohne dabei die öffentlichen Renten zu schwächen, sollten die Regierungen prüfen, ob die privaten Rentenansparungen nicht auf freiwilliger Ebene erfolgen könnten, und ob diese Systeme nicht unabhängig von den öffentlichen Renten – etwa durch Arbeitnehmer- und Arbeitgeberbeiträge und möglicherweise durch eine direkte staatliche Unterstützung – finanziert werden könnten.


Denis Latulippe und Florence Fontaine

Das effektive Rentenalter nach Beschäftigung und nach Vollzeitbeschäftigung und die Auswirkungen der Krise von 2008

Zur Überprüfung der versicherungsmathematischen Erfahrungen und zur Politikgestaltung verwendet man meist Schätzungen des effektiven Rentenalters auf der Grundlage der Erwerbsbeteiligung. Der Übergang von der Arbeit in den Ruhestand und das sozioökonomische Umfeld haben sich in den letzten Jahren jedoch verändert, vor allem aufgrund der Zunahme des graduellen Renteneintritts und aufgrund der Wirtschaftskrise von 2008. Anstatt nur Rentenalter zu berücksichtigen, die auf der Grundlage der Erwerbsbeteiligung ermittelt wurden, werden im Artikel zusätzliche Schätzungen des Rentenalters hinzugezogen, was genauere Zahlen für den effektiven Renteneintritt nach einer Beschäftigung liefern soll. Außerdem wird das Konzept des Renteneintritts nach Vollzeitbeschäftigung eingeführt, wodurch sich zeigt, dass das Rentenalter nach Vollzeitbeschäftigung stets niedriger ist als das Rentenalter nach Beschäftigung. Die Ergebnisse aus der Untersuchung der effektiven Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zeigen, dass der Trend hin zu einer Anhebung des Rentenalters durch die wirtschaftlichen Umstände beeinflusst wird. Es werden Zahlen für verschiedene Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) im Zeitraum 2005 bis 2015 geliefert.


Gyu-Jin Hwang

Wie fair sind Arbeitslosenleistungen? Erfahrungen aus Ostasien

Arbeitslosenleistungen sind trotz des vermehrten Einsatzes aktiver Arbeitsmarktmaßnahmen nach wie vor ein wichtiger Bestandteil des Arbeitnehmerschutzes. In diesem Artikel werden vier ostasiatische Volkswirtschaften untersucht – China, Japan, die Republik Korea und Taiwan (Republik China) –, die oft als Wohlfahrtsstaaten mit einer starken Entwicklungs- und Produktivitätsorientierung bezeichnet werden. Es geht um die Frage, ob Arbeitslosenleistungen – wie dies manchmal behauptet wird – restriktiv und ausschließend wirken. Dazu wurde die Logik hinter den Arbeitslosenleistungen untersucht und es wurde befunden, dass sie in der Tat progressiv gestaltet sind und, solange sie tragfähig sind, gerecht ausfallen. Die Umverteilungs- und Kompensationswirkung kann jedoch durch eine geringe Deckung und geringe Leistungssätze geschmälert werden.


Daniel Castillo

Arbeitgeberorientierte Arbeitsmarktstrategien in Schweden: Schaffung von Arbeitsplätzen und Arbeitsteilung im öffentlichen Sektor

In vielen europäischen Ländern sind Arbeitsmarktstrategien ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt, mit denen die Arbeitgeber angehalten werden, Erwerbslosen den Weg zurück in die Arbeitswelt zu ermöglichen. Damit soll die Arbeitskräftenachfrage der Arbeitgeber gedeckt und ihr Wille beeinflusst werden, Erwerbslose verschiedener Gruppen (oft auch mit Behinderung) einzustellen, weiterzubilden oder anzuleiten. Dieser Artikel legt anhand einer qualitativen Interviewstudie mit Teilnehmern eines arbeitgeberorientierten Programms in einer mittelgroßen Stadt in Schweden dar, wie diese Strategien zur Beeinflussung der Arbeitgeber eingesetzt werden, um diese dazu zu bewegen, erwerbslose Arbeitnehmer einzustellen, und wie sich die dadurch geschaffenen Arbeitsplätze von regulären Arbeitsplätzen unterscheiden. Der Artikel kommt zum Schluss, dass die Schaffung von Arbeitsplätzen durch neue Vorkehrungen für die Arbeitsteilung mit dem Ziel, die regulären Mitarbeiter von unqualifizierten Aufgaben zu entlasten, den Willen der Arbeitgeber beeinflussen kann, Erwerbslose einzustellen, sofern diese Maßnahmen durch andere politische Instrumente ergänzt werden. Es wird jedoch auch gezeigt, dass diese neue Arbeitsteilung, bei der die Teilnehmer des Programms hauptsächlich Aufgaben ausführen, für die keine Qualifikation erforderlich ist, schwierig umzusetzen ist, da die neu Eingestellten nach und nach immer mehr Aufgaben übernehmen, die zuvor von den regulär Beschäftigten erledigt wurden.


Soonman Kwon und Lundy Keo

Gesundheitsschutz in Kambodscha: Herausforderung bei der Politikgestaltung und -umsetzung

Die Regierung Kambodschas hat eine ehrgeizige Reform eingeführt, um das Gesundheitsschutzsystem des Landes zu verbessern. Im Januar 2018 wurde verkündet, dass der nationale Gesundheitsfonds, der die Rückerstattung der Selbstbeteiligung armer Menschen in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen durch eine gemeinsame Initiative von Staat und Geldgebern voll subventioniert, auf einige Gruppen informell Beschäftigter in Vereinigungen sowie auf Gemeinde- und Dorfvorsteher ausgeweitet wird. Die Landeskasse für soziale Sicherheit führte 2017 eine Krankenversicherung für formell Beschäftigte in Unternehmen mit acht und mehr Mitarbeitern ein. Im Januar 2018 wurde diese auf Beamte und alle Beschäftigten ungeachtet der Unternehmensgröße ausgeweitet. Der Artikel zeigt jedoch, dass diese ehrgeizigen Reformen nicht immer von einer sorgfältigen Planung hinsichtlich Finanzierung, Diensterbringung, Personal und institutioneller Gestaltung begleitet werden. Deshalb werden die wichtigsten politischen Themen und Herausforderungen für die kambodschanische Reform des Gesundheitsschutzsystems in Bezug auf Ressourcenbereitstellung, Bevölkerungsdeckung, strategische Einkäufe und Governance untersucht.


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