Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Renten in Lateinamerika

Autoren:
Verónica Amarante
Maira Colacce
Pilar Manzi

Nummer:
Band 70 (2017), Nummer 2

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/issr.12135

Frauen erhalten unter anderem aufgrund ihrer geringeren Arbeitsmarktbeteiligung im arbeitsfähigen Alter, ihrer größeren Unterbrüche in der Arbeitsbiografie und der Lohnunterschiede oft geschlechtsspezifisch geringere Renten, wenn sie in den Ruhestand treten. Die Gestaltung der Systeme der sozialen Sicherheit kann nun dazu beitragen, diese Unterschiede zu verstärken oder sie abzuschwächen. Dieser Artikel liefert neue Erkenntnisse über die geschlechtsspezifischen Unterschiede bei Rentenzugang und Renteneinkommen in vier Ländern an der Südspitze Lateinamerikas und analysiert deren Entwicklung zwischen 2000 und 2013. Die Daten zeigen, dass sich die Unterschiede stark verringert haben, wobei jedoch jedes Land andere Muster aufweist. Der Rückgang des geschlechtsspezifischen Unterschieds im Renteneinkommen war besonders in Argentinien und Brasilien auffällig. In beiden Ländern entfiel die größte Zunahme des Rentenwerts im untersuchten Zeitraum auf den Bevölkerungsanteil mit den geringsten Einkommen, in dem Frauen überaus stark vertreten sind. Die Umverteilungsstrategien dieser Länder, mit denen ein Armuts‐ und Ungleichheitsrückgang, aber nicht unbedingt Geschlechtergerechtigkeit bezweckt werden sollte, hatten positive und wahrscheinlich unbeabsichtigte Auswirkungen auf die Verringerung der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei den Renten.

Themen:
Altersrenten
Stichworte:
Rentensystem
Frauen
Deckungslücken
Länder:
Argentinien
Brasilien
Chile
Uruguay