Das brasilianische Modell der Sozialpolitik: Mythen, Meilensteine und Dynamische soziale Sicherheit

Autoren:
Milko Matijascic
Stephen J. Kay

Nummer:
Band 67 (2014), Nummer 3-4

Link zum vollständigen Artikel:
https://doi.org/10.1111/issr.12050

Nach der Redemokratisierung Brasiliens 1985 konzentrierte sich das Sozialschutzsystem des Landes verstärkt auf die am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppen und bemühte sich gleichzeitig um einen universellen Zugang. Während die Gesellschaft von enormen Ungleichheiten geprägt war, gelang es vor allem den Regierungen der Bundesstaaten, die allgemeine Bevölkerung zu erreichen. Das brasilianische Sozialschutzmodell setzt jedoch stärker auf Geldtransfers als auf Sozialleistungen, um die Ungleichheiten zu verringern, trotz des höchst ungleichen Arbeitsmarkts. Diese Strategie der Geldtransfers scheint allerdings ihre Grenze erreicht zu haben, da sie nicht das wirksamste Mittel ist, um Gleichheit herzustellen und Chancen zu schaffen, wenn man die Ergebnisse mit denjenigen von Sozialleistungen vergleicht. Zudem wurden zwar große Fortschritte bei der Verringerung der Ungleichheiten erreicht, aber die Leistungen und Dienstleistungen hinken noch immer dem hinterher, was mit einem klassischen Sozialstaat oder einer „Dynamischen sozialen Sicherheit" erreicht werden könnte.

Themen:
Deckungsausweitung
Sozialpolitik und -programme
Stichworte:
Planung der sozialen Sicherheit
soziale Entwicklung
wirtschaftliche Entwicklung
Länder:
Brasilien