Exzellenz in der Verwaltung

  • Leitlinien der IVSS:
  • Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz

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Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz -
C.3. Dienstleistungen für Arbeitnehmer

Unterstützung der Entwicklung arbeitsmedizinischer Dienstleistungen

Der Begriff „arbeitsmedizinische Dienstleistungen“ in diesem Abschnitt umfasst die Dienstleistungen von Ärzten und Pflegefachkräften der Arbeitsmedizin, aber auch anderer Fachbereiche wie etwa der Ergonomie, Physiotherapie und Ergotherapie. Die Bedeutung arbeitsmedizinischer Dienstleistungen für den Schutz und die Förderung der Gesundheit von Arbeitnehmern darf nicht unterschätzt werden. Es ist wichtig, dass diese positive Rolle der arbeitsmedizinischen Dienstleistungen für die Förderung der Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer und damit des gesamten Unternehmens auch von den Arbeitgebern verstanden wird.

Arbeitsmedizinische Dienstleistungen umfassen ein breites Spektrum von Tätigkeiten wie etwa medizinische Einstellungsuntersuchungen, die Überwachung der Gefahrstoff- und Lärmexposition, Tests auf lebensstilspezifische Gesundheitsprobleme, eine Rehabilitation und Wiedereingliederung an den Arbeitsplatz, eine medizinisch indizierte Aufgabenanpassung und die Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz. Der Träger der sozialen Sicherheit unterstützt und fördert die Rolle der arbeitsmedizinischen Dienstleistungen bei der Gewährleistung sicherer und gesunder Arbeitsplätze.

Der Anteil der Beschäftigten, die Zugang zu arbeitsmedizinischen Dienstleistungen haben, variiert jedoch stark von Land zu Land und sogar zwischen ähnlichen Unternehmen im selben Land. In einigen Ländern ist der Zugang zu arbeitsmedizinischen Dienstleistungen obligatorisch, in anderen hingegen nicht.

Vielerorts sind die Fachleute der arbeitsmedizinischen Dienstleistungen hoch qualifiziert und arbeiten in multidisziplinären Teams zusammen. Andernorts werden diese Dienstleistungen von Mitarbeitern angeboten, die „ein besonderes Interesse“ für die Arbeitsmedizin entwickelt haben. Dies mag anerkennenswert sein, doch vielleicht fehlt diesen Mitarbeitern der Zugang zu spezialisierten Schulungen und Fortbildungen.

Die Träger der sozialen Sicherheit spielen eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Aufrechterhaltung einer arbeitsmedizinischen Betreuung innerhalb ihrer Kundenunternehmen/-organisationen. Dies kann auf verschiedene Art erfolgen:

  • Kapazitätsaufbau innerhalb bestehender Dienstleistungen durch die Schulung und Fortbildung von Arbeitsmedizinern, Hygienikern, Pflegefachpersonal, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Ergonomen;
  • Förderung der Einrichtung arbeitsmedizinischer Dienstleistungen innerhalb der Unternehmen/Organisationen, die noch über keine solchen verfügen;
  • Einrichtung einer arbeitsmedizinischen Dienstleistungsstruktur, die den Kundenunternehmen/-organisationen gebührenpflichtige Dienstleistungen anbietet. Idealerweise ist diese Dienstleistungsstruktur multidisziplinär besetzt und stützt sich auf Prinzipien bester Praxis.

Der Aufbau eines Personalbestands mit Arbeitsmedizinern bieten den Trägern der sozialen Sicherheit und ihren Kundenunternehmen/-organisationen beträchtliche Vorteile. Langfristig werden die Krankheitsausfälle zurückgehen, die Prozesse der Rückkehr an den Arbeitsplatz und der Arbeitszeitgestaltung werden effizienter werden, Mitarbeiter mit langfristigen Arbeitsausfällen können wieder eingegliedert werden und erhalten eine passendere Rehabilitation, und die allgemeine Leistungsfähigkeit wird steigen. Bei der Entwicklung arbeitsmedizinischer Dienstleistungen muss jedoch darauf geachtet werden, dass alle Mitarbeiter einen gleichen Zugang erhalten, da arbeitsorganisatorische Faktoren wie das Subunternehmertum und die Einstellung von Teilzeit- oder Zeitarbeitskräften den Zugang zu arbeitsmedizinischen Dienstleistungen erschweren können.

Unterstützung medizinischer Untersuchungen auf lebensstilspezifische Gesundheitsprobleme

Medizinische Untersuchungen auf lebensstilspezifische Gesundheitsprobleme für Mitarbeiter sind wertvoll, da dadurch Risikofaktoren für chronische Krankheiten früh erkannt werden können. In einfacher Form werden bei einer Untersuchung auf lebensstilspezifische Gesundheitsprobleme Größe und Gewicht und eventuell auch der Blutdruck gemessen. Bei weitergehenden Untersuchungen können auch Blut- und Urinproben entnommen werden, um diese auf Indikatoren wie Cholesterin, Glukose und Proteine zu untersuchen. Zahlreiche Unternehmen/Organisationen, die medizinische Gesundheitsuntersuchungen für ihre Mitarbeiter anbieten, berichten über Fälle, bei denen eine ernsthafte Gefahr für eine Erkrankung ermittelt wurden, deren Risikofaktoren für chronische Krankheiten nach einer Überweisung und Behandlung jedoch gesunken sind, und die Mitarbeiter dadurch in Beschäftigung bleiben konnten.

Förderung einer Mitarbeiterberatung durch den Träger und externe Anbieter

Für Mitarbeiter mit hohen Stressfaktoren kann der Zugang zu Beratungsdiensten über den Träger und über externe Anbieter (Employee Assistance Program (EAP)) enorme Vorteile bringen und dazu führen, dass diese Personen in Arbeit bleiben oder schneller wieder an die Arbeit zurückkehren können. Eine solche Unterstützung kann auch die Widerstandskraft der Mitarbeiter stärken, so dass sie für zukünftige Herausforderungen besser gerüstet sind.