Pressekonferenz mit IVSS-Präsidentin Corazon de la Paz-Bernardo (rechts), IVSS-Generalsekretär Hans-Horst Konkolewsky, James Musoni, dem Finanzminister Ruandas (links), und Henry Gaperi, Generaldirektor der Kasse für soziale Sicherheit von Ruanda.
Zum Abschluss der Veranstaltung, die in Kigali, Ruanda, stattfand, bestätigten die Teilnehmer eines hochrangig besetzten Gipfels für soziale Sicherheit die zentrale Rolle der letzteren für eine nachhaltige und gerechte Entwicklung in der Region, stellten aber auch fest, dass ein stärkerer politischer Wille erforderlich sei, wenn die Deckung der sozialen Sicherheit einem größeren Bevölkerungskreis zugutekommen soll.
„Die Diskussion hier hat deutliche Botschaften formuliert”, sagte Hans-Horst Konkolewsky, Generalsekretär der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS), die das Forum gemeinsam mit der Kasse für soziale Sicherheit von Ruanda organisiert hat.
„Erstens sollte die soziale Sicherheit ganz oben auf die politische Tagesordnung Afrikas gesetzt werden, da sie erwiesenermaßen in der Lage ist, eine sozial integrierende und wirtschaftlich produktive Entwicklung sicherzustellen. Zweitens sind stärkere Bindungen zwischen den Organisationen der sozialen Sicherheit und anderen nationalen und internationalen Akteuren, darunter Finanzinstitutionen und Geber, von zentraler Bedeutung, wenn Fortschritte erzielt werden sollen. Drittens können innovative Ansätze, die in der afrikanischen Kultur und Tradition wurzeln, eine wichtige Rolle bei der Ausdehnung der Deckung der sozialen Sicherheit spielen, wie die Beiträge für den IVSS-Preis für gute Praxis gezeigt haben“, sagte er.
Die an der Veranstaltung teilnehmenden Führungskräfte der sozialen Sicherheit waren sich darüber einig, dass sie eine besondere Verantwortung trügen, die politischen Entscheidungsträger mit dem nötigen Fachwissen zur Entwicklung von nationalen Systemen der sozialen Sicherheit und den administrativen Grundlagen für eine erfolgreiche Umsetzung zu versorgen.
„Ein günstiger Augenblick“ für die soziale Sicherheit
In seiner Eröffnungsrede auf dem Forum stellte der Premierminister von Ruanda, Bernard Makuza, fest, dass dies ein „günstiger Augenblick“ für die soziale Sicherheit Afrikas sei und forderte die Führer Afrikas auf, afrikanische Lösungen zu finden, um die Hindernisse bei der Ausdehnung der Deckung zu überwinden.
„Die soziale Sicherheit spielt eine zentrale Rolle für die Entwicklung Afrikas. Verschiedene Systeme der sozialen Sicherheit haben unterschiedliche Auswirkungen auf Wachstum, Lebensstandard der Menschen und Armutsbekämpfung“ sagte Bernard Makuza. „Wenn die Politik der sozialen Sicherheit richtig gestaltet wird, insbesondere aber den Realitäten und Prioritäten eines Landes gerecht wird, kann der angestrebte wirtschaftliche Umbau in den meisten Entwicklungsländern beschleunigt werden.“
Die 300 Teilnehmer des Regionalforums für soziale Sicherheit in Afrika erörterten neue Analysen zur sozialen Sicherheit auf dem Kontinent und erfuhren, dass die soziale Sicherheit wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung beiträgt. Ein neuer IVSS-Bericht, der auf dem Forum lanciert wurde
(
Dynamic Social Security for Africa: An Agenda for Development
) enthält Beispiele für eine erhebliche Ausdehnung der Deckung der sozialen Sicherheit, anerkennt jedoch, dass in Afrika erhebliche Deckungslücken fortbestehen.
Redner auf dem Forum gaben Beispiele dafür, wie die Einführung eines universellen Rentensystems eine aktivere Rolle der älteren Menschen in der Gesellschaft förderte, wie ein verstärkter sozialer Gesundheitsschutz die Lebensbedingungen einiger der ärmsten Bevölkerungsgruppen in der Region direkt verbessert hat und dass eine gute Verwaltungsführung in den Institutionen eine Voraussetzung für öffentliches Vertrauen und die Tragfähigkeit der Systeme ist.
Deutliches Engagement
James Musoni, der Finanzminister von Ruanda, erinnerte die Teilnehmer des Forums daran, wie wichtig Reformen für eine Verbesserung der Verwaltungsführung und das Erbringen von Leistungen der sozialen Sicherheit sind.
„Die Reform der sozialen Sicherheit ist von zentraler Bedeutung für die Entwicklung Afrikas, sie ist aber keine einfache Aufgabe. Sie setzt präzise Forschung, Beteiligung aller Betroffenen und ein starkes politisches Engagement voraus. Wir sind uns der vor uns liegenden Schwierigkeiten voll bewusst, aber wir verfolgen die uns gestellten Aufgaben unbeirrt weiter, da die Vorteile unserer Meinung nach die Kosten aufwiegen“, sagte James Musoni.
IVSS-Preis für gute Praxis in Afrika
Auf dem Forum erhielten Institutionen aus Kenia und Marokko für ihre Bemühungen um die Verbesserung der Systeme der sozialen Sicherheit in ihren Ländern den erstmalig verliehenen Preis der IVSS für gute Praxis. Sechzehn weitere Initiativen aus der Region erhielten Bescheinigungen für besondere Verdienste (siehe Foto unten).
In den kommenden beiden Jahren wird die IVSS regionale Foren für soziale Sicherheit in Amerika, Asien und der Pazifikregion sowie Europa organisieren, die das Weltforum für soziale Sicherheit vorbereiten, das 2010 in Kapstadt, Südafrika, stattfindet.
Weitere Informationen über das Regionalforum für soziale Sicherheit in Afrika und eine Zusammenfassung der Ergebnisse des IVSS-Wettbewerbs für gute Praxis finden Sie auf der Webseite der IVSS: www.issa.int/rssf08.