IKT als Instrument der Veränderung der sozialen Sicherheit
Technischer Bericht 1
IKT als Instrument der Veränderung der sozialen Sicherheit
Die Ausweitung der Erbringung von Dienstleistungen auf das Internet und mehrere Kanäle erfordert grundlegende Veränderungen an mehreren Stellen. Offensichtlich verlangsamt sich die Bereitstellung von Internet-Dienstleistungen und äquivalenten Dienstleistungen. Dies scheint mit ausbleibenden Fortschritten bei der Bereitstellung von stärker integrierten Dienstleistungen zusammenzuhängen, insbesondere von solchen Dienstleistungen, die die Zusammenarbeit mit anderen Stellen erfordern. Dass die Zusammenarbeit nur langsam vorankommt, könnte auf der Unsicherheit über die besten Methoden für die Personen¬identifizierung und die Authentifizierung von Transaktionen in Mehrkanalumgebungen und Umgebungen für elektronische Dienstleistungen zurückzuführen sein. Komplexe neue Technologien werden notwendig sein, weshalb die Organisationen zumindest in einer Übergangsphase in zunehmendem Maße auf externe Berater angewiesen sein werden. Die Beziehungen zu Beratern müssen jedoch auf eine neue Grundlage gestellt werden, und insgesamt besteht natürlich nach wie vor die Notwendigkeit umfassender und effektiver Projektleitung.

Umfrage

Die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) verfügt über einen Fachausschuss für Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT-Fachausschuss). Mit dem Ziel, Beispiele für den erfolgreichen Einsatz der IKT zur Veränderung der Leistungserbringung zu ermitteln, organisierte der IKT-Fachausschuss eine Umfrage bei den IVSS-Mitgliedsorganisationen. Der Fragebogen war sehr umfangreich, und die Teilnehmer lieferten nützliche Informationen zu einem breiten Themenspektrum.

Das Umfragematerial können Organisationen bei Überlegungen zu der Frage zu Rate ziehen, wie sie neuere IKT nutzen könnten, um ihre Strategien für die Erbringung von Dienstleistungen zu verändern. In diesem Bericht werden einige Hauptbotschaften präsentiert. Die wichtigsten sind nachstehend aufgelistet.

 

Die zentrale Botschaft

Die Ausweitung der Erbringung von Dienstleistungen auf das Internet und mehrere Kanäle erfordert grundlegende Veränderungen an mehreren Stellen. Offensichtlich verlangsamt sich die Bereitstellung von Internet-Dienstleistungen und äquivalenten Dienstleistungen. Dies scheint mit ausbleibenden Fortschritten bei der Bereitstellung von stärker integrierten Dienstleistungen zusammenzuhängen, insbesondere von solchen Dienstleistungen, die die Zusammenarbeit mit anderen Stellen erfordern. Dass die Zusammenarbeit nur langsam vorankommt, könnte auf der Unsicherheit über die besten Methoden für die Personen¬identifizierung und die Authentifizierung von Transaktionen in Mehrkanalumgebungen und Umgebungen für elektronische Dienstleistungen zurückzuführen sein. Komplexe neue Technologien werden notwendig sein, weshalb die Organisationen zumindest in einer Übergangsphase in zunehmendem Maße auf externe Berater angewiesen sein werden. Die Beziehungen zu Beratern müssen jedoch auf eine neue Grundlage gestellt werden, und insgesamt besteht natürlich nach wie vor die Notwendigkeit umfassender und effektiver Projektleitung.

Die in diesem Bericht präsentierten Ergebnisse konzentrieren sich deshalb auf die Themenbereiche Internet, Integration, Identifizierung und Beratung.

 

Integrierte Dienstleistungen - die zukünftige Herausforderung

Träger der sozialen Sicherheit werden einen stärker integrierten Ansatz verfolgen müssen, der die Zusammenarbeit mit Partnern in anderen Sektoren und wahrscheinlich auch in anderen Ländern einschließt. PKI (Public-Key-Infrastruktur) ist eine Voraussetzung für integrierte Dienstleistungen. Ohne die Einführung konkreter Lösungen für die Identifizierung von Kunden beim Kontakt mit Trägern der sozialen Sicherheit können keine bedeutenden, sicheren und finanzierbaren Verbesserungen der Erbringung von Dienstleistungen herbeigeführt werden. Ohne Integration oder Zusammenarbeit kann das Potenzial von Internet-Dienstleistungen nicht vollständig ausgeschöpft werden. Ein höheres Maß an Integration verschärft jedoch die Notwendigkeit der sehr sicheren Identifizierung aller Akteure einschließlich der Antragsteller bei allen Prozessen.

 

Die Kundenidentifizierung ist eine Voraussetzung für neue Dienstleistungsparadigmen

Die politische und gesetzliche Infrastruktur für die Unterstützung besserer Internet-Dienstleistungen sind in vielen Ländern bereits vorhanden. In nur wenigen Ländern werden jedoch Dienstleistungen angeboten, die das Potenzial ausschöpfen, das das dort vorhandene Umfeld bietet. Implizit herrscht vielleicht die Auffassung vor, dass die Erbringung von Dienstleistungen über mehrere Kanäle aufgrund von Identifizierungs-, Sicherheits- und Datenschutzproblemen noch nicht realisierbar ist. Ohne die konkrete Identifizierung von Kunden können keine bedeutenden und finanzierbaren Verbesserungen der Erbringung von Dienstleistungen herbeigeführt werden. Deshalb muss der Identifizierungsproblematik Priorität eingeräumt werden. Andernfalls werden Investitionen in elektronische Dienstleistungen wahrscheinlich nicht in vollem Umfang produktiv sein.

 

 

Externe Berater - Barbaren vor den Toren oder Ratgeber und Mentoren?

Die Antworten beziehen sich häufig auf Probleme, die wirksame Weitergabe des Wissens der externen Berater zu gewährleisten. Aus den Antworten wird jedoch auch deutlich, dass Trägern der sozialen Sicherheit im Allgemeinen die technischen und politischen Aspekte der effektiveren Nutzung der IKT sehr bewusst sind. Es müssen stärker auf Zusammenarbeit ausgerichtete Beziehungen zu wichtigen Anbietern entwickelt werden.

 

Eine engere Zusammenarbeit zwischen den IVSS-Mitgliedsorganisationen ist wichtig

Angesichts zunehmender Globalisierung und Migration kann die Suche nach Lösungen, die den Belangen weniger entwickelter Länder Rechnung tragen, eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Osten und Westen sowie Norden und Süden innerhalb der IVSS-Mitgliedschaft erfordern, als sie in der Vergangenheit der Fall war.

 

Die IKT-Ziele und die allgemeinen administrativen Ziele stimmen überein

Ein Ergebnis der Umfrage war, dass die Prioritäten, die den IKT-Ansätzen zugrunde liegen, eng mit den allgemeinen operativen Verwaltungsherausforderungen übereinstimmen, wie sie für andere Forschungsaktivitäten von Verwaltungsführungskräften von Trägern der sozialen Sicherheit beschrieben wurden.

 

IKT-Projekte sind weiterhin riskant

Viele große IKT-Modernisierungsprojekte führen nicht zu den versprochenen operativen Verbesserungen zu den veranschlagten Kosten und innerhalb des vorhergesagten Zeitrahmens. Manche IKT-Projekte enden als vollständiger und teurer Misserfolg. Genauso ist es jedoch wahr, dass manche Projekte genau die ursprünglich versprochene Leistung bringen. Dies gilt insbesondere im Bereich der sozialen Sicherheit, weil es bei IKT-Projekten dort gewöhnlich zu einer Anhäufung von Hochrisikofaktoren kommt.

Report:
TR-01-4.pdf 1,25 MB

Autor: Rory O’Shea, Principal Consultant, IBM Global Social Security Segment
IVSS, 2006
Themen: Verwaltung und Management
Tagungen: Weltforum für soziale Sicherheit
Regionen: International
Sprache: Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch