Photo: National Institute for Occupational Safety and Health, United States (NIOSH)
Eine von der IVSS koordinierte Pilotstudie (1) über den wirtschaftlichen Nutzen und die Kosten von Präventionsinvestitionen hat die Daten zu Maßnahmen verglichen und die Praxis am Arbeitsplatz analysiert.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das mögliche Kosten-Nutzen-Verhältnis für Investitionen in die Prävention bei 1:2,2 liegt und für Direktinvestitionen wie etwa Investitionen in medizinische Vorsorge-Checkups und Sicherheitsschulungen sogar noch günstiger ausfällt.
„Die Förderung der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz rettet nicht nur Leben, sie macht auch wirtschaftlich Sinn“, erklärte Hans-Horst Konkolewsky, Generalsekretär der IVSS, im Vorfeld des Kongresses.
„Die Ergebnisse dieses Berichts kommen gerade rechtzeitig, denn die globale Wirtschaftskrise hat die Unternehmen stark unter Druck gesetzt, ihre Kosten zu senken, so auch im Arbeits- und Gesundheitsschutz“, sagte er.
„Die Studie zeigt, dass Präventionsmaßnahmen einen wesentlichen Beitrag nicht nur zu Gesundheit und Wohlbefinden der Arbeitnehmer, sondern auch zum wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und zur Tragfähigkeit der Systeme der sozialen Sicherheit leisten“, hielt Herr Konkolewsky fest.
Ein globales Forum für Prävention
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten sind eine große Belastung für die einzelnen Gesellschaften und Volkswirtschaften. Internationale Schätzungen gehen davon aus, dass die volkswirtschaftliche Belastung durch Einkommensersatz, Gesundheitsversorgung, Rehabilitation und Invalidität in industrialisierten Ländern bei 4 Prozent des BIP und in einigen Entwicklungsländern sogar noch höher liegen könnte.
Laut Expertenaussagen haben die sich ändernden Arbeitsmuster neue Risiken am Arbeitsplatz zur Folge. Allgemein ist in der formellen und entwickelten Wirtschaft ein Trend zu einer Abnahme tödlicher Unfälle zu beobachten, während gleichzeitig die Gesundheitsrisiken steigen, was zu mehr Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und schlechter Gesundheit führt, insbesondere zu chronischen Krankheiten aufgrund von psychischen Problemen.
Dieser sich wandelnde Hintergrund der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz verlangt nach neuen Präventionsansätzen, fordert die IVSS, die den Weltkongress alle drei Jahre gemeinsam mit der Internationalen Arbeitsorganisation ausrichtet.
„Moderne Präventionsstrategien sollten sich nicht nur auf Gesundheitsrisiken in der Arbeitsumgebung konzentrieren, sondern sie sollten auch das allgemeinere gesundheitliche Verhalten und das soziale Umfeld der Arbeiter miteinbeziehen“, führte Herr Konkolewsky aus.
„Dies verlangt nach stärker integrierten und fächerübergreifenden Ansätzen von Arbeitsschutzexperten sowie der verschiedenen Systeme der sozialen Sicherheit. Die Schaffung einer neuen Präventionskultur kann nun am Weltkongress durch den Austausch zwischen Entscheidungsträgern und Experten entscheidende Impulse erhalten“, schloss er.
Für den XIX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit haben sich mehr als 3'000 Teilnehmer angemeldet, was den Kongress zur weltweit zur größten und repräsentativsten Veranstaltung im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz macht.
Türkische Version
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Der XIX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit wird vom 11. bis 15. September 2022 in Istanbul, Türkei, abgehalten. Der alle drei Jahre stattfindende Kongress ist die weltweit größte Veranstaltung für Entscheidungsträger und Experten der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Der XIX. Weltkongress zum Thema „Aufbau einer globalen Präventionskultur für eine gesunde und sichere Zukunft“ wird gemeinsam von der Internationalen Arbeitsorganisation und der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit ausgerichtet, in Zusammenarbeit mit dem Türkischen Ministerium für Arbeit und Soziale Sicherheit. www.safety2011turkey.org