Risikomanagement ist ein grundlegender Teil der Corporate Governance, die ihrerseits zentral für eine moderne Regulierung der meisten Arten von Finanzinstitutionen geworden ist. Der vorliegende Beitrag vertritt die Auffassung, dass Risikomanagement als entscheidender Bestandteil der Governance von Institutionen der sozialen Sicherheit gelten soll, und er untersucht einige der Merkmale einer Risikomanagementstruktur und bestimmte Risiken, denen ein System der sozialen Sicherheit ausgesetzt ist.
Risiko wird definiert als die Möglichkeit, dass etwas schief gehen könnte, was dann ungünstige Folgen hat, die Pläne der Institution untergräbt oder ein Erreichen der Ziele der Institution unwahrscheinlicher macht. Ein wirksames Risikomanagement setzt voraus, dass die Unternehmensziele klar formuliert werden. Dann kann das Risikomanagement als ein grundlegendes Element für die Leitung der Institution verstanden werden, so dass ihre Ziele bei einem akzeptablen Risikoniveau erreicht werden können.
Das Risikomanagement einer Institution der sozialen Sicherheit bedeutet, dass angemessene Vorkehrungen für Revisionen und ein Revisionskomitee oder eine ähnliche spezielle Struktur vorhanden ist, die interne und externe Revisionen überwacht und durchführt. Auch regelmäßige versicherungsmathematische Prüfungen der Finanzlage bilden einen wesentlichen Teil des Risikomanagements.
Es muss einen formellen Ablauf zur Identifizierung, Quantifizierung und zum Management der Risiken einer Organisation geben. Ganz allgemein erfolgt dies am besten unter der Kontrolle eines Hauptverantwortlichen für Risiken oder eines anderen erfahrenen Mitarbeiters mit klarer Verantwortung und Rechenschaftspflicht für das Risikomanagement. Sobald eine umfassende Liste der Risiken erstellt wurde, sollten die Risiken in Kategorien unterteilt werden, je nachdem ob sie hingenommen und gesteuert, beendet, übertragen oder umgewandelt werden können.
Was ihre Verbindlichkeiten betrifft, unterliegen Institutionen der sozialen Sicherheit einigen sehr langfristigen Risiken, etwa in Verbindung mit dem realen Gewinnwachstum, Strukturänderungen der Wirtschaft, Arbeitslosigkeit, Behinderung, künftiger Kostensteigerung im Gesundheitswesen und der allgemein steigenden Lebenserwartung für die Gesamtbevölkerung. Einige breit gefasste Risikogebiete für Institutionen der sozialen Sicherheit sind operative Risiken, Liquiditätsrisiken, Verbindlichkeitsrisiken, Wirtschaftsrisiken, Anlagerisiken, Katastrophenrisiken und politische Risiken.
Jede Organisation muss ihre eignen Prozesse für die Bewertung, Überwachung und das Management von Risiken entwickeln, aber der Prozess muss formal und regulär sein und ständig laufen, und er muss von Zeit zu Zeit durch Sonderuntersuchungen und Studien über besondere Risikobereiche ergänzt werden. Es sollte erwogen werden, Christopher D. Daykin 2 regelmäßig eine Zusammenfassung der Risikobewertung und einen Bericht über im Risikomanagement unternommene Schritte zu veröffentlichen.
Report:Bitte wenden Sie sich für zusätzliche Informationen über unsere Publikationen an folgende Adresse:
Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit
IVSS-Veröffentlichungen
Case postale 1
CH-1211 Genf 22
Schweiz
Fax: +41 22 799 85 09
E-mail:
issa@ilo.org
Bei Fragen zu Veröffentlichungen der Internationalen Sektionen für die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten wenden Sie sich bitte direkt an die entsprechende Sektion .