Dieser Beitrag betrachtet die Finanzierung des Systems der sozialen Sicherheit der Vereinigten Staaten (USA) aus drei verschiedenen Blickwinkeln. Im ersten Teil wird die Beziehung zwischen den versicherungsmathematischen Werten von zwei prognostizierten Cashflows untersucht, nämlich der Aktiva/Einnahmen und der Passiva/Ausgaben des Systems. Diese Beziehung wird quantitativ ausgedrückt anhand der Ergebnisse eines Cashflowtests, der Auskunft gibt über die Fähigkeit des Systems, die prognostizierten anfallenden Leistungen über Zeiträume von 25, 50 und 75 Jahren abzudecken, und sich am offiziellen Befund des jüngsten Treuhänderberichts (Trustees’ Report) ausrichtet. Im zweiten Teil werden Art, Funktionsweise, Zweck und Größe von Treuhandfonds der sozialen Sicherheit erklärt, die gehaltenen Wertpapiere und ihre Fälligkeitsmuster und Merkmale der Zinserträge beschrieben. Im dritten Teil wird das Dilemma untersucht, das sich dadurch ergibt, dass die vom Treuhandfonds gehaltenen Vermögenswerte, die sich aus dem Überschuss der Einnahmen gegenüber den Ausgaben ergeben, dem US-Finanzministerium geliehen werden; der Treuhandfonds hält als Sicherheit für diese Darlehen eigens vom USSchatzamt herausgegebene Treasury Bonds, und die dem Schatzamt geliehenen Beträge stehen für die Finanzierung eines Teils des Bundeshaushaltsdefizits zur Verfügung. Obwohl diese Papiere eine rechtsgültige Schuldverschreibung des US-Schatzamtes sind, führt die Verwendung der überschüssigen Mittel zu einem sogenannten „lent or spent “-Dilemma, denn die Mittel können nicht sowohl für die Zahlung künftiger Leistungen der sozialen Sicherheit und für die Finanzierung aktueller Haushaltsdefizite eingesetzt werden.
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