In einem am 30. November veröffentlichten Bericht empfahl eine unabhängige Kommission innerhalb des Finanzministeriums, die schwedischen Rentenausgleichsfonds zusammenzulegen, damit Größenvorteile genutzt und die Rendite verbessert werden können. Gemäß dem Bericht könnten diese Fonds, die zusammen über ein Vermögen von 745 Milliarden SEK (104 Milliarden USD) verfügen, durch eine Konsolidierung ihrer Operationen schätzungsweise 330 Millionen SEK (46 Millionen USD) einsparen und die Rendite möglicherweise um 700 Millionen SEK (98 Millionen USD) steigern. Eine aus sieben Mitgliedern bestehende Task Force unter der Führung des schwedischen Ministers für soziale Sicherheit muss noch einer Analyse der Verwaltungskosten und Renditen der Fonds zustimmen, bevor er auf die Empfehlungen des Berichts eingehen kann.
Die Ausgleichsfonds in Schweden haben den Zweck, die Fluktuationen auszugleichen, die in Zeiten ungenügender Deckung der Rentenauszahlungen durch Sozialversicherungsbeiträge entstehen können. Für das gegenwärtige Sozialversicherungssystem wurden vier identische Ausgleichsfonds geschaffen, um das Risikomanagement zu diversifizieren, den Wettbewerb im System zu erhöhen, sicherzustellen, dass die Fonds nicht so groß werden, dass sie das Funktionieren der heimischen Finanzmärkte behindern, und das Risiko eines möglichen politischen Einflusses auf die Leitung schwedischer Unternehmen einzudämmen (von denen die Ausgleichsfonds Aktien besitzen).
Laut dem Bericht haben die meisten dieser Argumente für ein Betreiben mehrerer Ausgleichsfonds anstatt eines größeren keine Gültigkeit mehr. Insbesondere weist der Bericht auf Folgendes hin:
- Die Finanzmärkte haben sich im Verlauf der letzten 10 Jahre in vielfältiger Art entwickelt, und es wurden neue Finanzinstrumente geschaffen und neue Investitionsstrategien eingeführt, so dass das Risiko sehr gering ist, dass eine Zusammenlegung der Fonds das Funktionieren der Finanzmärkte beeinträchtigen könnte.
- Der Wettbewerb unter den Ausgleichsfonds hat offenbar zu sehr ähnlichen Portfolios geführt, was auf eine Herdenmentalität zurückzuführen ist und letztlich das Gesamtrisiko innerhalb des Systems erhöht (und nicht diversifiziert).
- Die Fondsrenditen sind durch den Wettbewerb offenbar nicht gestiegen; trotz der Bemühungen um eine Kostenreduktion innerhalb des Systems waren die Endergebnisse aus dem aktiven Fondsmanagement bei allen Fonds schwach (2001-2008).
Im Bericht wird auch vorgeschlagen, die gegenwärtigen Investitionsrestriktionen zu ersetzen und unter anderem Grenzen für Private-Equity-Investitionen zu setzen und Waren-Investitionen zu verbieten, wobei ein “vorsichtigerer” Ansatz verfolgt werden soll (Beschränkung von Portfolio-Investitionen auf solche, wie sie ein vorsichtiger Mensch tätigen würde, der ein verhältnismäßiges Einkommen zu erzielen versucht und sein Kapital bewahren möchte), wodurch Bedingungen für ein effizienteres Fondsmanagement geschaffen werden. Am Ende einer Übersicht über Bereiche, welche die Steuerung beeinflussen können, empfiehlt der Bericht die Bildung einer parlamentarischen Kommission zur Aufsicht der Ausgleichsfonds, ähnlich der Art, wie eine Zentralbank betrieben wird, wobei die Kommission alle Vorstandsmitglieder auswählen und höhere Qualifikationen der Vorstandsmitglieder einfordern würde.
Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Publikation International Update des Sozialversicherungsamts der Vereinigten Staaten, Januar 2010.
Quelle: "Swedes Debate Merging Buffer Funds," citywire.co.uk, December 1, 2009; "Report Recommends Merging 4 Swedish Pension Funds," Pensions & Investments, December 7, 2009; "Sweden's AP Funds Should Be Merged—Report," ipe.com, December 7, 2009; "ESO Report on the Swedish Pension Fund System," Investor Services Journal, December 8, 2009; "Swedish Government Mulls Merger of AP Funds," Pensions & Investments, December 11, 2009; "Swedish Fund Merger Talks Heat Up," Pensions & Investments, December 14, 2009.
Publication date: 11.2009