Am 14. Dezember veröffentlichte der von der Regierung ernannte Rentenkontrollrat einen vorbereitenden Bericht über die Steuerung von Rentenfonds mit dem Titel Klarere Rentenentscheide: Umsetzung von Steuerungslösungen. Der Kontrollrat wurde im Mai 2009 gebildet, um das annähernd 20 Jahre alte Rentensystem des Landes zu prüfen; er wird bis März oder April 2010 einen vorbereitenden Bericht über Betrieb und Effizienz sowie bis April oder Mai 2010 einen weiteren Bericht über Struktur veröffentlichen. Der Schlussbericht über alle drei Themen wird für den 30. Juni 2010 erwartet.
Der vorbereitende Bericht zur Steuerung kommt zum Schluss, dass die gegenwärtige Infrastruktur der Rentenindustrie mit ihrer Einheitsregelung nicht die Interessen aller Mitglieder wahrt und für einige Gruppen zu komplex und zu teuer sein könnte. (Mitglied wird genannt, wer über ein Rentenkonto verfügt.) Der Kontrollrat schlägt vor, dass man das Einheitsmodell der Fondssteuerung durch ein Modell ersetzt, das die verschiedenen Mitgliedstypen berücksichtigt, einschließlich der folgenden Gruppen:
- Stille Mitglieder: Wer vor mehr als 2 Jahren einem betrieblich finanzierten privaten System beigetreten ist oder wessen Konto in den letzten fünf Jahren inaktiv war. Per Juni 2008 meldete die Regierung 6,4 Millionen dieser sogenannten “stillen Konten”, die etwa einen Fünftel aller Rentenkonten ausmachen. Im Bericht wird vorgeschlagen, diese stillen Mitglieder in einem kostensparenden Fonds mit einer konservativen Investitionsstrategie und dem höchsten Schutz gegen Verlust zusammenzufassen.
- Allgemeine Mitglieder: Wer keinen Investitionsfondstyp für das eigene Rentenkonto wählt. Gegenwärtig gehören annähernd 90 Prozent der Mitglieder zu dieser Gruppe. Im Bericht wird vorgeschlagen, dass diese Personen in einem Fonds mit einer einzigen, diversifizierten Anlagestrategie (wie etwa für die ganze Lebensspanne) zusammengefasst werden, bei der das Mitglied keine Entscheide fällen muss. Dies würde mit relativ niedrigen Gebühren einhergehen.
- Wahlmitglieder: Wer aktiv seinen Fonds und den Investitionstyp wählt. Im Bericht wird vorgeschlagen, dass ein angemessener Fonds für Mitglieder in dieser Gruppe eine potentiell unbegrenzte Vielfalt an Investitionsoptionen bieten könnte. Wahlmitglieder würden entsprechend höhere Gebühren bezahlen und einen Teil der Verantwortung für ihre Investitions- und Fondsentscheide übernehmen.
Per Juni 2009 betrug das gesamte verwaltete Rentenvermögen 1,1 Billionen AUD (976 Milliarden USD) und die mittlere Fondsgröße lag bei 1,5 Milliarden AUD (1,3 Milliarden USD). Die meisten der 447 Rentenfonds in Australien sind Rentensysteme mit festgelegten Beiträgen mit einem durchschnittlichen Kontostand von 70'000 AUD (62'153 USD). Der Bericht geht davon aus, dass die Anzahl der Fonds bis 2025 auf 119 zurückgeht, das gesamte verwaltete Vermögen sich verdoppelt, die mittlere Fondsgröße auf 11,7 Milliarden AUD (10,3 Milliarden USD) zunimmt und der durchschnittliche Kontostand auf 105'000 AUD (93'229 USD) ansteigen wird.
Der gesamte Bericht ist online verfügbar unter: http://www.supersystemreview.gov.au/content/downloads/clearer_super_choices/Clearer_super_choices.pdf.
Dieser Artikel ist ein Auszug aus der Publikation International Update des Sozialversicherungsamts der Vereinigten Staaten, Januar 2010.
Quelle: Sources: "Superannuation Clearing House and the Lost Members Framework," Australian Treasury, 2008; "Australia," International Update, U.S. Social Security Administration, May 2009; "Clearer Super Choices: Matching Governance Solutions," Australian Government, December 14, 2009; "Superannuation Review Proposed Simpler System for Default Super Funds," Smartcompany.com.au, December 15, 2009.
Publication date: 12.2009