Das Ministerium für Wirtschaft und öffentliche Finanzen hat die Verstaatlichung der privaten Rentenfonds (AFP) des Landes angekündigt.
Das bolivianische Rentensystem umfasst zwei AFP, den Fonds "Previsión" der spanischen Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) und den Fonds "Futuro" von Swiss Zurich Financial Services. Zusammen verwalteten diese beiden Fonds mehr als USD 2,2 Milliarden an Einlagen von mehr als 1,2 Millionen Beitragszahlern (Stand von Ende 2007). Die Regierung ist seit 1996 vertraglich an diesen beiden Fonds gebunden und schuldet nach Auskunft des bolivianischen Vizepräsidenten Álvaro García Linera den AFP ungefähr USD 3,2 Millionen.
Seit 2006 wurde eine Reihe bolivianischer Sektoren verstaatlicht, darunter Erdöl-, Bergbau-, Telekommunikations- und Elektrizitätsunternehmen. 2008 wurde ein Gesetz verabschiedet, das den Bürgern ermöglichte, zwischen privaten und öffentlichen Rentenfonds zu wählen. Zusätzlich forderte die 2009 gebilligte Verfassung die staatliche Rentenverwaltung unter der Kontrolle und der Beteiligung des Volkes und enthielt die Festlegung, dass Angelegenheiten der öffentlichen Sicherheit nicht privatisiert werden dürfen.
Dem Vizepräsidenten zufolge sollen die AFP durch öffentliche Kassen für die Beitragseinziehung und die Auszahlung von Ruhestandsleistungen ersetzt werden. Bislang wurde jedoch kein Datum für den Übergang zu staatlicher Führung festgelegt, und konkrete Details der Verstaatlichung müssen noch bekannt gegeben werden.
Publication date: 26.01.2010