IVSS
Soziale Sicherheit weltweit fördern und entwickeln.
Arbeitsmarktkrise dürfte zwei bis vier Jahre fortdauern
IVSS, 13.01.2010 | Momentaufnahme
Zwei junge Frauen vor einer elektronischen Anzeigetafel mit Stellenangeboten

Zentrum für Humanressourcen und Beschäftigung. Diese jungen Frauen sind arbeitslos und suchen eine Anstellung. Tianjin, China.Foto: M. Crozet/IAA.

In den letzten Wochen haben wichtige Organisationen das bestätigt, was viele erwarteten: Die Arbeitsmarktkrise wird noch längere Zeit andauern. Das Internationale Arbeitsamt (IAA) geht davon aus, dass die Beschäftigung in Ländern mit hohem Pro-Kopf-Einkommen nicht vor 2013 und die Beschäftigungsquoten nicht vor 2014 auf das Niveau vor der Krise zurückkehren werden.

In den Schwellen- und Entwicklungsländern könnten sich die Beschäftigungsniveaus ab Ende 2010 zu erholen beginnen, aber für die Beschäftigungsquoten dürfte dies in naher Zukunft nicht der Fall sein. Diese Analyse wird von der Organisation für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) in ihrem Economic Outlook für November 2009 bestätigt, die zu dem Schluss kommt, dass der Aufschwung zu schwach ist, um den Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern.

Um die bisherigen Auswirkungen der Krise auf den globalen Arbeitsmarkt zu verstehen, sei auf die Zahl von 20 Millionen verlorenen Arbeitsplätzen verwiesen und die Zahl der Arbeitssuchenden weltweit wurde Ende 2009 auf 219 bis 341 Millionen Menschen geschätzt, was einer weltweiten Arbeitslosenquote von 6,8 bis 7,5 Prozent entspricht.

Am Horizont lauern weitere Gefahren. So könnten ohne geeignete Maßnahmen fast 43 Millionen Menschen im Zeitraum zwischen 2009 und 2012 inaktiv oder langzeitarbeitslos werden. Die mit der Langzeitarbeitslosigkeit verbundene soziale Ausgrenzung könnte dazu führen, dass mehr Menschen nicht erwerbstätig sind, der informelle Sektor wächst, Qualifikationen und Humankapital abgebaut sowie sozialer Zusammenhalt und Vertrauen in der Gesellschaft beeinträchtigt werden.  

Eine Reihe dieser Auswirkungen haben erstaunliche Dauerhaftigkeit, was die Bedeutung staatlicher Bemühungen um die soziale Sicherheit in Arbeitsmarktkrisen unterstreicht.

 

Quellen

International Institute for Labour Studies, ILO. 2009a. World of Work Report 2009.
www.ilo.org/wcmsp5/groups/public/---dgreports/---dcomm/documents/publication/wcms_118384.pdf

ILO. May 2009. "Les suppressions demploi s'accélèrent du fait de la crise économique indique le BIT." Communiqué de presse. www.ilo.org/global/About_the_ILO/Media_and_public_information/Press_releases/lang--fr/WCMS_106526/index.htm

ILO. September 2009. "Despite continued rise in unemployment, measures taken by G20 governments will save up to 11 million jobs in 2009." Press release.
www.ilo.org/global/About_the_ILO/Media_and_public_information/Press_releases/lang--en/WCMS_113989/index.htm

OECD, 2009. Economic Outlook No. 86, November 2009.
www.oecd.org/document/18/0,3343,en_2649_34109_20347538_1_1_1_1,00.html

 

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Region: International
Type: Momentaufnahme
Themen: Beschäftigungspolitik

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