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Asien und Pazifikregion vor neuen Möglichkeiten zur Ausweitung der sozialen Sicherheit
IVSS, 25.10.2009 | News
Regional Social Security Forum for Asia and the Pacific

The ISSA President and Secretary General present a gift to Romulo Neri, President and Chief Executive Officer, Social Security System, Philippines, during the Regional Social Security Forum for Asia and the Pacific

Die Organisationen der sozialen Sicherheit in Asien und der Pazifikregion können die durch die Wirtschaftskrise entstandenen Möglichkeiten nutzen, um die Deckung durch die soziale Sicherheit stärker auszuweiten, sagte der Generalsekretär der Internationalen Vereinigung für soziale Sicherheit (IVSS).

„Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat neue Möglichkeiten für die soziale Sicherheit aufgezeigt, da die große Bedeutung der sozialen Sicherheit für die wirtschaftliche Entwicklung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt erkannt wurde“, sagte Hans-Horst Konkolewsky den Delegierten am ersten Regionalforum für soziale Sicherheit in Asien und der Pazifikregion, das am 23. Oktober in Manila, Philippinen, zum Abschluss kam.

„Wir sollten alle diese historische Chance nutzen und eine neue globale Bewegung für eine Kultur der sozialen Sicherheit schaffen“, rief Herr Konkolewsky die Teilnehmer auf.

 

Entscheidende Schritte zur Ausweitung der Deckung

Zum Abschluss der Veranstaltung würdigte der Generalsekretär, dass es in der Region innovative und dynamische Strategien der sozialen Sicherheit gibt und betonte, für eine effektive und langfristige Ausweitung der Deckung sei der politische Wille entscheidend.

„Die Verwaltungsfachleute der sozialen Sicherheit müssen die wichtige Verbindung zwischen den nationalen Entwicklungsstrategien und der sozialen Sicherheit festigen und den politischen Willen aktiv unterstützen, der nötig ist, wenn man mit umfassenden Eingriffen eine Ausweitung der Deckung auf alle Bevölkerungsgruppen erreichen will“, sagte er.

Zu Beginn der Woche hatte IVSS-Präsidentin Corazon de la Paz-Bernardo – selber von den Philippinen stammend, die erste IVSS-Präsidentin aus Asien und der Pazifikregion – die großen Fortschritte der Organisationen der sozialen Sicherheit in der Region gewürdigt, aber auch die verbleibenden Herausforderungen nicht verschwiegen.

„Ich bin zuversichtlich, dass vorausschauende Verwaltungen der sozialen Sicherheit eine Schlüsselrolle bei der Ausweitung der sozialen Sicherheit spielen können und die soziale und wirtschaftliche Entwicklung in Asien und der Pazifikregion vorantreiben werden“, sagte Frau de la Paz-Bernardo.

„Es wurden bereits wichtige Fortschritte erzielt, aber noch bleibt viel zu tun, insbesondere in den Bereichen politische Steuerung, sozioökonomische Entwicklung, Arbeitsmärkte und Verfügbarkeit finanzieller Mittel.“

Das Regionalforum für soziale Sicherheit versammelte über 200 Direktoren, leitende Manager, Experten der Sozialpolitik, Vertreter internationaler Organisationen und Delegierte aus 25 Ländern der gesamten Region Asien und Pazifik, von Australien bis China, und von Saudi-Arabien bis Samoa. Die Veranstaltung wurde von der IVSS in Zusammenarbeit mit der Anstalt für soziale Sicherheit der Philippinen organisiert.

 

Ganzheitliche und integrierte Ansätze

In einem Bericht über die Region, der am Treffen vorgestellt wurde ( Dynamic Social Security for Asia and the Pacific: Integrated responses for equitable growth ), bestätigte der IVSS-Generalsekretär die erheblichen Fortschritte, welche die soziale Sicherheit in den vergangenen Jahren in der Region erzielt hat. Er rief die Organisationen der sozialen Sicherheit dazu auf, ihre Anstrengungen zu verstärken und wohlfahrtsorientierte Ansätze hinter sich zu lassen zugunsten einer pro-aktiven, umfassenden und leistungsfähigen sozialen Sicherheit mit einer guten politischen Steuerung, die auf eine sozial integrierende und wirtschaftlich produktive Gesellschaft ausgerichtet ist.

 

Gute politische Steuerung

Die Teilnehmer diskutierten auch das wichtige Thema, wie die soziale Sicherheit politisch gesteuert werden kann, und trugen der wachsenden Bedeutung einer guten politischen Steuerung Rechnung, da nur sie bessere Investitionsergebnisse und eine langfristige finanzielle Tragbarkeit garantiert.

Die chinesische Sozialschutzexpertin Yvonne Sin, die früher bei der Weltbank arbeitete, warnte, es gebe keine Einheitslösung für Reformen und die Erwartungen sollten realistisch bleiben.

„Um effektiv zu sein, muss die politische Steuerung den einmaligen Umständen jedes Systems in jedem Land zu einem gegebenen Zeitpunkt angepasst werden“, sagte Frau Sin. Sie betonte, dass in einem zunehmend volatilen und globalen Marktumfeld die kurz- und langfristige Nachfrage nach Investitionsergebnissen durch effektive Steuerungsmechanismen ausgeglichen werden könnte.

Die IVSS-Spitze orientierte die Delegierten auch über eine geplante Richtlinie für gute politische Steuerung für Verwaltungen der sozialen Sicherheit (    good governance ), die den Mitgliedsinstitutionen einen Bezugspunkt für eine Reihe von Steuerungsfragen in den Bereichen Verwaltung und Management liefern soll.

 

Finanzierung des Gesundheitswesens

Ein besserer Zugang zu Gesundheitsleistungen bei gleichzeitig kontrollierten Kosten ist eines der ersten Ziele der sozialen Sicherheit in vielen Ländern in Asien und der Pazifikregion. Regionale Experten und Entscheidungsträger machten verschiedene Trends aus, welche die Finanzierung der Gesundheitswesen beeinflussen. In einer Vielzahl asiatischer Länder wird eine Verlagerung von Infektions- zu Zivilisationskrankheiten beobachtet, die zusammen mit der höheren Lebenserwartung zu einer größeren Belastung der Gesundheitssysteme führt.

Die Spezialisten und Delegierten erörterten auch, wie die Finanzierung einer nachhaltigen Gesundheitsversorgung gelöst werden könnte, ob eher auf der Grundlage von Versicherungsbeiträgen, aus Steuermitteln oder durch Eigenzahlungen.

Trotz der in manchen Ländern bedeutenden Rolle von Versicherungssystemen auf Gemeinschaftsebene war man sich einig, dass eine universelle Deckung nicht ohne Unterstützung und Zuschüsse der Regierung erreicht werden kann und dass eine Finanzierung aus Steuereinnahmen zur Deckung der Ärmsten und der Beschäftigten in der Schattenwirtschaft als Investition in die wirtschaftliche Gesamtentwicklung eines Landes betrachtet werden kann.

 

Rentendeckung und Bevölkerungsalterung

In einer Region, in der sowohl die Bevölkerung als auch die Lebenserwartung stark wachsen, ist die Frage, wie das Alter in Zukunft aussehen wird, ein großes Thema. Wie der Sozialpolitikexperte Christian Aspalter, der an chinesischen Universitäten unterrichtet, hervorhob, „wird die doppelte Problematik der Altersarmut und der finanziellen Tragbarkeit der öffentlichen Rentensysteme die Politik und die gesamte Gesellschaft nachhaltig prägen und verändern.“

Die Teilnehmer der Diskussion befanden, dass eine Rentenreform in einen breiteren politischen Rahmen eingebunden werden muss, der auch den Arbeitsmarkt und die Familienpolitik umfasst. Die Erfahrung habe gezeigt, dass fortschrittliche und langfristige Ansätze sich als tragfähiger erwiesen hätten und eine universelle Deckung ohne die aktive Beteiligung des Staates nicht möglich sei.

 

Ausblick: Weltforum der sozialen Sicherheit

In einer ausgreifenden Abschlussdiskussion mit Experten und Führungskräften aus der Region wurden noch einmal einige der wichtigsten Herausforderungen für die soziale Sicherheit in Asien und der Pazifikregion sowie einige Hindernisse für eine größere Ausweitung der Deckung vertieft.

Die IVSS-Präsidentin Corazon de la Paz-Bernardo sagte in ihrem Schlusswort zum Regionalforum, die soziale Sicherheit müsse als Menschenrecht und als Investition in die menschliche Entwicklung betrachtet werden, und sprach sich für ein größeres Augenmerk auf die Reduzierung der Armut aus.

„Die Reduzierung der Armut ist noch immer eine der dringlichsten Aufgaben für Asien und die Pazifikregion. Wir dürfen nicht vergessen, dass heute ein Großteil der ärmsten Menschen hier in Asien lebt. Die Ausweitung der sozialen Sicherheit ist ein viel zu wenig genutztes Mittel, um die Armut so zu reduzieren, wie wir es alle inständig wünschen“, erklärte Frau de la Paz-Bernardo.

Das Regionalforum für soziale Sicherheit für Asien und die Pazifikregion war die zweite einer Reihe von vier regionalen Veranstaltungen zur Vorbereitung des Weltforums für soziale Sicherheit, das vom 29. November bis 4. Dezember 2010 in Südafrika stattfinden wird.

 

Weitere Informationen

Für weitere Dokumente, Videos und Fotos vom Regionalforum für soziale Sicherheit in Asien und der Pazifikregion, siehe: www.issa.int/rssf-asiapacific09


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