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Argentinischer Vizepräsident sieht Investitionen in Sozialschutz als „Alternative zu Sparmaßnahmen“
Video  IVSS, 15.05.2012 | News
Der Vizepräsident Argentiniens, Amado Boudou. Foto: IAO/Crozet

Der Vizepräsident Argentiniens, Amado Boudou. Foto: IAO/Crozet

Gemäß dem Vizepräsidenten von Argentinien, Amado Boudou, sollten Systeme der sozialen Sicherheit in Zeiten einer Wirtschaftskrise als Schlüsselinstrument für Investitionen in die „reale“ Wirtschaft und als Wachstumsgarant mit gleichzeitiger sozialer Eingliederung erachtet werden, wie er heute in einer Rede in Genf erklärte.

Der Vizepräsident stellte das vorherrschende Wirtschaftsmodell der Sparmaßnahmen als Antwort auf eine Krise in Frage und analysierte, wie Argentinien nach der schweren Finanzkrise vor rund zehn Jahren in den letzten Jahren der Stärkung von Sozialschutz und Bildung hohe Priorität eingeräumt hat. Indem das Geld vorrangig in die soziale Sicherheit floss, investierten die Behörden gleichzeitig in die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Reindustrialisierung, führte Amado Boudou weiter aus.

„Eine bessere Wohlstandsverteilung und das Schließen der Einkommensschere sind nicht nur eine moralische Pflicht, sondern auch eine ausgezeichnete Methode, die Gesamtnachfrage zu steigern“, erläuterte er.

Der Vizepräsident hielt seine Rede im Rahmen einer am 15. Mai 2012 von der IVSS organisierten Veranstaltung in Genf. Im gleichen Rahmen sprach A. Boudou ebenfalls mit dem Generalsekretär der IVSS, Hans-Horst Konkolewsky, und traf sich mit Michael Cichon, dem Direktor der Abteilung der sozialen Sicherheit der Internationalen Arbeitsorganisation. Amado Boudou wurde vom Ständigen Vertreter von Argentinien bei den Vereinten Nationen, Alberto Pedro D’Alotto sowie Mitgliedern seiner Delegation begleitet.

Der Vizepräsident war der Ansicht, dass noch mehr getan werden müsse, um den Sozialschutz in der informellen Wirtschaft seines Landes zu gewährleisten. Eine wichtige Priorität sei es weiterhin, mehr Arbeiter in den formellen Sektor zu integrieren und die Finanzierungsquellen für die Sozialversicherungsprogramme weiter zu diversifizieren.

In einem Interview nach der Veranstaltung betonte er die Bedeutung von internationalen Organisationen wie der IVSS als Diskussionsplattform für unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Strategien.

„Organisationen wie der Internationale Währungsfonds oder die Weltbank vertreten nur einen einzigen Standpunkt, was sich eindeutig negativ auf die Volkswirtschaften sowohl der Entwicklungs- als auch der Industrieländer auswirkt.“

„Organisationen wie die IVSS oder die IAO sind pluralistischer. Es gibt mehr Diskussionen, was die Erörterung verschiedener Ansichten und neuer Ideen – wie sie beispielsweise heute hier präsentiert wurden – möglich macht“, schloss A. Boudou.

Als anerkannter Fachmann für Strategien der sozialen Sicherheit hielt Amado Boudou zuvor die Position als Direktor der Nationalen Verwaltung für soziale Sicherheit von Argentinien (ANSES) inne. 2009 wurde er Wirtschaftsminister und 2011 ernannte ihn Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner zum Vizepräsidenten.


Region: Amerika
Type: News
Themen: Über soziale Sicherheit, Reformen

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