Die Redner aus Brasilien, der Russischen Föderation, Indien, der Volksrepublik China und der Republik Südafrika – gemeinhin als BRICS-Länder bezeichnet – schilderten an einer Informationssitzung der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS), die anlässlich der 100. Internationalen Arbeitskonferenz in Genf stattfand, eine Reihe bemerkenswerter Anstrengungen zur Ausweitung und Verbesserung der Deckung durch die soziale Sicherheit.
„Durch die Vielfalt ihrer innovativen Programme und ihren starken politischen Willen, gekoppelt mit bedeutenden finanziellen Verpflichtungen, haben die BRICS-Länder hunderte von Millionen Menschen aus der Armut befreit und ihnen einen Zugang zu sozialer Sicherheit verschafft“, sagte IVSS-Präsident Errol Frank Stoové.
Die BRICS-Länder haben in den vergangenen Jahren durch ihr rasantes Wirtschaftswachstum sowie durch größere Errungenschaften auf dem Gebiet des Sozialschutzes von sich reden gemacht.
Das renommiert besetzte Podium mit Ministern und führenden Vertretern aller fünf Länder sprach über den wachsenden internationalen Konsens, wonach die Ausweitung der Sozialschutzsysteme dringend notwendig sei, und zeigte, dass durch kombinierte Anstrengungen für soziale Mindestleistungen für alle und die Ausweitung angemessenerer beitragsbezogener Sozialversicherungssysteme bemerkenswerte Resultate erzielt werden können.
Vorzeigeprogramme für benachteiligte Gruppen
Die Vortragenden aus Brasilien und Indien verwiesen auf ihre wichtigsten Programme, die hauptsächlich auf die Ärmsten der Gesellschaft ausgerichtet sind, einschließlich Arbeiter im informellen Sektor, während die Vertreter der Russischen Föderation und Südafrikas an die bemerkenswerten Schritte erinnerten, die ihre Länder in den vergangenen Jahren gemacht haben, um die Dienstleistungen der sozialen Sicherheit insbesondere für ältere Menschen und Kinder zu verbessern.
Besonders bedeutende Entwicklungen im großen Maßstab sind aus der Volksrepublik China zu melden, wo nach einem ehrgeizigen Plan bis 2020 eine universelle Deckung für die gesamte Stadt- und die Landbevölkerung erreicht werden soll. Die Regierung schätzt, dass Ende 2010 über 1,2 Milliarden Menschen oder 94 Prozent der Bevölkerung Zugang zu einer Basis-Krankenversicherung hatten und dass die Zahl der in der Basis-Altersversicherung für städtische Gebiete Versicherten auf 257 Millionen gestiegen war – eine Zunahme um 50 Prozent seit 2005.
Verschiedene Podiumsteilnehmer verwiesen auch auf die großen Herausforderungen, vor denen ihre Länder nach wie vor stehen, einschließlich der Folgen der Wirtschaftskrise, der Tragfähigkeit von Finanzierungsmodellen für den Sozialschutz und der Schwierigkeit einer Ausweitung der Deckung auf den informellen Sektor, der beispielsweise in Indien den Großteil der Arbeitsbevölkerung ausmacht.
Zum Abschluss der Sitzung sagte IVSS-Generalsekretär Hans-Horst Konkolewsky den Delegierten: „Was wir heute gehört haben, bestätigt, dass die Ausweitung der Deckung durch die soziale Sicherheit möglich ist und dass große Fortschritte erzielt werden können, wenn der politische Wille und die Verwaltungskapazitäten in eine Richtung zielen. Soziale Sicherheit bedeutet nicht zusätzliche Kosten, sondern sie ist eine produktive Investition in die wirtschaftliche und soziale Entwicklung eines Landes.“
Der Generalsekretär bestätigte die baldige Lancierung eines umfassenden IVSS-Projekts zur Untersuchung und Analyse der Ausweitung der sozialen Sicherheit in den BRICS-Ländern.
Die IVSS dankt der Kommunikationsabteilung des IAA für ihren Beitrag zu diesem Artikel. Fotos: IAA/IAK-Pool.
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