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Nanotechnologie am Bosporus
AISS, 13.12.2011 | Noticias
Dr. Klaus Bartels, ehem. Generalsekretär der IVSS-Sektion Chemie, Dr. Thomas Brock, BG RCI, Leiter der Nanotechnologie-Gruppe der Sektion und Moderator, und Erdem Babaarslan vom türkischen Arbeitsministerium (v.l.)

XIX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit im September in Istanbul: Dr. Klaus Bartels, ehem. Generalsekretär der IVSS-Sektion Chemie, Dr. Thomas Brock, BG RCI, Leiter der Nanotechnologie-Gruppe der Sektion und Moderator, und Erdem Babaarslan vom türkischen Arbeitsministerium (v.l.).

Foto: privat

Auf dem XIX. Weltkongress für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit (Istanbul, 11. - 15. September 2011) diskutierten 3.700 Teilnehmer ein breit gefächertes Veranstaltungsprogramm, das die Anforderungen des demographischen Wandels ebenso umfasste wie die komplexen Fragen des Schutzes vor Gefahrstoffen. Der Kongress ist eine Veranstaltung der Internationalen Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) und der International Labour Organisation (ILO).

Die IVSS-Sektion Chemie hat – unter Federführung der BG RCI – schon frühzeitig die Bedeutung der Nanotechnologie für den Arbeitsplatz erkannt. Dies gilt nicht nur in ökonomischer Hinsicht, sondern auch mit Blick auf die Eigenschaften von Nanomaterialien und die notwendigen Schutzmaßnahmen. Nach dem erfolgreichen IVSS-Symposium zur Nanotechnlogie im vergangenen Jahr in Luzern war es konsequent, das Thema nun auf globaler Bühne fortzuführen. Für Istanbul hatte die Nanotechnologiegruppe der IVSS-Sektion Chemie unter der Leitung von Dr. Thomas Brock, BG RCI, zwei Veranstaltungen vorbereitet.

Ein gut besuchter Einführungskurs bot Interessenten zunächst die Möglichkeit, sich mit den Grundlagen der Nanotechnologie und den Anforderungen an die Maßnahmen am Arbeitsplatz vertraut zu machen. Dabei wurde den Teilnehmern ein System zur gestaffelten Expositionsermittlung und Bewertung vorgestellt. Es ist unter der Leitung von Dr. Stefan Engel, BASF, in Zusammenarbeit mit der BG RCI, dem Institut für Arbeitsschutz der DGUV, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz, der Verband der Chemischen Industrie und dem Institut für Energie- und Umwelttechnik entwickelt worden. Das System ermöglicht es, die Exposition mit Nanomaterialien in einem gestuften Vorgehen so zu ermitteln, dass mit vertretbarem Aufwand die notwendigen Erkenntnisse gewonnen werden können.

Als Highlight hatte die IVSS-Sektion Chemie schließlich zu ihrem „Symposium Nanotechnologie“ eingeladen. Dr. Erwin Radek, Präsident der Sektion, unterstrich in seiner Einführung die Rolle der Nanotechnologie für das 21. Jahrhundert. Als wichtige Schlüsseltechnologie, deren Potenzial bei weitem noch nicht absehbar sei, werde sie sich in den kommenden Jahren stetig fortentwickeln. Wie die wissenschaftlichen und technologischen Chancen müssten jedoch auch die möglichen Effekte auf Mensch und Umwelt aufmerksam beobachtet werden.

Referenten und Diskussionsteilnehmer aus vier Kontinenten beleuchteten während des Symposiums die Chancen und Risiken der Nanotechnologie und suchten nach Antworten auf die Fragen zum Schutz der Mitarbeiter beim Umgang mit diesen Materialien. Neben technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnamen, die auch hier wirksam eingesetzt werden können, zeigte sich, dass der Informationsübermittlung und der Unterweisung der Mitarbeiter eine entscheidende Rolle für eine erfolgreiche Prävention zukommt.

„Wir haben es mit einer Technologie zu tun, die uns in bisher nicht bekannter Ausprägung zum vernetzten Denken auffordert“, sagte Thomas Köhler, Generalsekretär der IVSS-Sektion Chemie und Sprecher der Geschäftsführung der BG RCI, in seinem Resümee. Zum einen seien dies die Aspekte einer globalen Welt, in der es nicht genüge, wenn Staaten sich isoliert voneinander mit dem Nutzen und den Risiken der Nanotechnologie auseinandersetzten. Die Warenströme, die Mobilität der Arbeitnehmer und der Firmen, die Auswirkungen auf die Gesellschaften und letztlich auf unseren Planeten seien vielmehr globale Aspekte. Zum anderen seien in der Nanotechnologie ungewöhnlich viele wissenschaftliche und technische Disziplinen dazu gezwungen, auf einer Basis eines gemeinsamen Verständnisses der Natur und einer harmonisierten Fachsprache zusammenzuarbeiten. Beides stelle eine hohe Herausforderung an die Zukunft dar, nicht nur mit Blick auf eine effiziente Entwicklung von Produkten, sondern auch hinsichtlich des sicheren Umgangs bei Produktion, Weiterverarbeitung, Verwendung und Entsorgung, fasste Köhler zusammen.

thbr


Región: Internacional
Type: Noticias
Temas: Riesgos profesionales
Eventos: XIX Congreso Mundial sobre Seguridad y Salud en el Trabajo

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